Zürich

Neuer Stadtpolizei-Kommandant wird in anonymem Brief kritisiert

Winterthur

Neuer Stadtpolizei-Kommandant wird in anonymem Brief kritisiert

10.04.2023, 12:00 Uhr
· Online seit 10.04.2023, 09:43 Uhr
Schon wieder brodelt es bei der Stadtpolizei Winterthur: Mitglieder des Kaders haben beim Stadtrat einen Brief eingereicht, in dem sie den neuen Kommandanten kritisieren. Das Schreiben stösst bei Mitarbeitenden auf Unverständnis.

Quelle: Stadtrat präsentiert Untersuchungsbericht zu Stapo Winterthur / Video vom 25.11.2022 / TeleZüri

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Anjan Sartory ist seit etwas mehr als zwei Monaten Kommandant der Stadtpolizei Winterthur. Er hat den Auftrag des Stadtrats, einen Kulturwandel umzusetzen. Dies, weil es im Polizeikorps zu zwei Suiziden innerhalb eines halben Jahres gekommen ist. In einem Untersuchungsbericht wurden die Kultur und das Führungsverhalten innerhalb der Stadtpolizei bemängelt.

«Wir oder er»

Nun stösst Sartorys Arbeit auf Widerstand bei der Polizei, wie der «Landbote» schreibt. Beim Stadtrat ist ein anonymer Brief eingegangen. Bei den Verfassenden soll es sich um Kaderleute der Polizei handeln. Der genaue Inhalt des Schreibens ist laut der Zeitung nicht bekannt. Die Mitarbeitenden sollen darin jedoch den Führungsstil kritisiert und eine «Wir-oder-er-Drohung» ausgesprochen haben, berichteten Quellen. Die Verfassenden wollten sich auf Anfrage des «Landboten» nicht äussern.

Sartory scheint beliebt zu sein

Bei Gesprächen der Zeitung mit Mitarbeitenden der Stadtpolizei ergab sich ein anderes Bild: Sartory mache einen positiven Eindruck, sei nahbar und zeige Interesse an den Polizistinnen und Polizisten. Als der «Landbote» die Mitarbeitenden mit dem Brief und der Kritik konfrontierten, waren diese zum Teil regelrecht vor den Kopf gestossen.

Ist Angst vor Kulturwandel der Grund?

Die Quellen der Winterthurer Zeitung vermuten, dass die anonymen Briefschreibenden die frühere Führungskultur noch verkörperten und sich vor einem Kulturwandel fürchteten.

Die zuständige Stadträtin Katrin Cometta (GLP) sagt gegenüber dem «Landboten», sie nehme das Schreiben «sehr ernst». Sie suche nun das Gespräch mit den Verfasserinnen und Verfassern. Sie betont jedoch: «Die Zusammenarbeit mit dem neuen Kommandanten war in den ersten Wochen vertrauensvoll und gut. Er geniesst daher mein volles Vertrauen.»

(gin)

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veröffentlicht: 10. April 2023 09:43
aktualisiert: 10. April 2023 12:00
Quelle: ZüriToday

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