Verkehr

Velofahrende ärgern sich über Strassensperrungen beim Letzigrund

· Online seit 24.08.2023, 08:10 Uhr
Bei Fussballspielen, Konzerten oder sonstigen Veranstaltungen im Letzigrund kommt es immer wieder zu Verkehrseinschränkungen. Davon betroffen ist jeweils auch die Velovorzugsroute, die am Stadion vorbeiführt. Pro Velo findet das «keine schöne Lösung».

Quelle: ZüriToday / Linus Bauer

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Rund 48'000 Fans strömten Mitte Juni in den ausverkauften Letzigrund, um Bruce Springsteen live zu sehen. Bei den beiden Coldplay-Konzerten Anfang Juli war das Stadion ebenfalls proppenvoll. Beim Spiel zwischen dem Grasshopper Club Zürich und Servette zum Saisonstart einige Wochen später waren mit etwas über 4300 Zuschauenden deutlich weniger Menschen im Stadion. Trotzdem kam es beim Fussballspiel wie auch bei den Konzerten zu Verkehrseinschränkungen.

Als der «Boss» Bruce Springsteen nach Zürich kam, taten es ihm jede Menge Reisecars gleich. Sie standen zuhauf direkt auf den grünen Streifen, welche die Velovorzugsroute in der Basler- und Bullingerstrasse markieren. Als Coldplay vor ausverkauftem Haus spielten, standen diverse LKWs am Strassenrand der Velovorzugsrouten. Und bei Fussballspielen blockiert temporär jeweils eine fest installierte Schranke den Verkehr vor dem Letzigrund.

Einige Velofahrende haben keine Freude an den Einschränkungen und ärgern sich über eine «Zweckentfremdung» der Strasse. «Ich glaube, wir müssen mit den Verantwortlichen darüber reden, was unter einer Velovorzugsroute zu verstehen ist», kommentierten die «Velo Mänsche Züri» die Situation auf X, ehemals Twitter.

Pro Velo wehrt sich gegen Einschränkungen

«Das ist nicht so, wie man sich die Situation wünschen würde», sagt Yvonne Ehrensberger, Geschäftsleitern von Pro Velo Zürich gegenüber ZüriToday. Pro Jahr komme es im Letzigrund bei vier bis fünf Grossveranstaltungen zu Einschränkungen im grösseren Stil. Aber Pro Velo habe sich seit jeher gegen Einschränkungen auf der Velovorzugsroute durch beispielsweise Car-Parkplätze gewehrt.

Ehrensberger könne zwar verstehen, dass die Stadt gewissermassen in einer Zwangslage ist und Ausweichmöglichkeiten für temporäre Parkplätze schwierig zu finden sind. «Aber auf einer Hauptachse des motorisierten Verkehrs würde man das sicher nie so machen», meint Ehrensberger.

Wenn der Verkehr auf der Velovorzugsroute eingeschränkt ist, müssen Velofahrende auf Umleitungen ausweichen. «Diese Umleitung müsste dann genauso sicher sein», sagt Ehrensberger. Dies sei aber aktuell nicht gewährleistet.

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«Lieber eine nicht perfekte Lösung als gar keine»

Grundsätzlich findet die Zürcher Pro-Velo-Geschäftsführerin, dass man die Einschränkungen immer situativ und von Event zu Event betrachten muss. Aber wenn es bei jedem Fussballspiel zu Vollsperrungen kommt, sei das keine schöne Lösung. Die Baslerstrasse vor dem Stadion mit der fest installierten Schranke auch für Velos zuzumachen, sei teilweise übertrieben. «Die Route ist jeweils dicht, auch wenn sich kaum Personen zu Fuss auf der Strasse befinden», sagt Ehrensberger.

Dass Kompromisse gemacht werden müssen, sei klar. Aber die Stadt müsse in der Verkehrsplanung von Beginn weg an die Velofahrenden denken. Ehrensberger wünscht sich, dass man für die weiteren Velovorzugsrouten dazulernt. «Das bestehende Konzept ist nicht perfekt. Aber wir haben lieber eine nicht perfekte Lösung als gar keine.»

«Einschränkungen ermöglichen sichere An- und Abreise»

Die Stadtpolizei Zürich erklärt die temporären Verkehrseinschränkungen bei Veranstaltungen im Letzigrund damit, dass sie eine sichere und möglichst reibungslose An- und Abreise erlauben. Besonders nach den jeweiligen Events sei dies wichtig. «Wenn beispielsweise bei der Auslassphase viele Personen aus dem Stadion strömen, sperrt die Polizei temporär einzelne Strassenabschnitte und der Verkehr wird umgeleitet», teilt die Stadtpolizei auf Anfrage von ZüriToday mit.

Falls es zu Sperrungen oder Umleitungen komme, stünden entsprechende Hinweise dazu auf Displays an den Einfahrtsachsen. Die Polizei informiere ausserdem jeweils über die Sozialen Medien und in Medienmitteilungen. So geschah dies beispielsweise auch bei den Konzerten von Bruce Springsteen und Coldplay. Die Stadtpolizei riet damals allen Verkehrsteilnehmenden, das Quartier Altstetten im Umkreis des Stadions möglichst zu meiden.

Die Planung und Umsetzung der Velovorzugsroute sei in der Verantwortung der Dienstabteilung Verkehr und des Tiefbauamts der Stadt Zürich, erklärt die Stadtpolizei.

veröffentlicht: 24. August 2023 08:10
aktualisiert: 24. August 2023 08:10
Quelle: ZüriToday

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