Zürich

Mann im Rollstuhl überfährt schwangere Frau in Zürcher S-Bahn

Pendler-Streit

Mann im Rollstuhl überfährt schwangere Frau in Zürcher S-Bahn

02.10.2023, 08:54 Uhr
· Online seit 02.10.2023, 06:57 Uhr
Ein Streit in einer Zürcher S-Bahn endet mit einer Verurteilung. Ein 65-Jähriger beschimpft während eines Disputs eine hochschwangere Frau und überrollt ihren Fuss mehrfach mit seinem Elektrorollstuhl.
Anzeige

Es war ein Mittwochnachmittag im Juli vergangenen Jahres. Gemäss dem Strafbefehl, welchen ZüriToday einsehen konnte, ist es kurz vor 15 Uhr. Eine 24-jährige Frau und ein 65-jähriger Mann treffen in der S3 vom Hauptbahnhof Zürich in Richtung Wetzikon aufeinander.

Die hochschwangere Frau steht im Eingangsbereich der S-Bahn, als der Mann mit seinem Elektrorollstuhl in Stettbach einsteigen will. Die Situation eskaliert. Der Mann ist der Meinung, er habe nicht genügend Platz, obwohl er ohne Probleme mit seinem Elektrorollstuhl in den Zug rollen konnte.

«Huere dräck Wiib!»

Der Mann setzt dann zur Schimpftirade an. Er bezeichnete die hochschwangere Frau als «huere dräck Wiib!» und wiederholte die Aussage mehrfach. Die junge Frau war eingeschüchtert. Doch damit nicht genug. Der Mann setzte dann gemäss Strafbefehl zur Attacke mit dem Rollstuhl an.

Die Staatsanwaltschaft beschreibt die Situation so: «Derweil lenkte der Beschuldigte bewusst und gewollt seinen Elektrorollstuhl dreimal über den Fuss der Geschädigten.» Die Frau blieb bei der Rollstuhlattacke unverletzt. Die Staatsanwaltschaft hält aber fest, der Mann habe mit seinem Verhalten «das sozial tolerierte Mass bei weitem» überschritten. Deshalb wird er bestraft.

Bedingte Geldstrafe und Busse

Der heute 65-jährige Mann wurde nun von der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland wegen Beschimpfung und Tätlichkeit per Strafbefehl zu einer bedingten Geldstrafe und einer Busse verurteilt. Das Verdikt des Staatsanwaltes: zehn Tagessätze à 30 Franken und eine Busse von 200 Franken. Dazu kommen die Verfahrensgebühren von 800 Franken und 60 Franken Auslagen für die Polizeiarbeit. Der Strafbefehl ist rechtskräftig.

Scan den QR-Code

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir die Today-App.

veröffentlicht: 2. Oktober 2023 06:57
aktualisiert: 2. Oktober 2023 08:54
Quelle: ZüriToday

Anzeige
Anzeige
zueritoday@chmedia.ch