Super League

Der FC Winterthur und sein endloses Problem mit dem Rasen

23. Januar 2023, 16:28 Uhr
Am vergangenen Sonntag musste der FC Winterthur sein Heimspiel gegen Servette verschieben, da der Rasen gefroren war. Dass der Rasen ein Hindernis im Spielplan des FCW darstellt, ist nichts Neues. Die Geschichte eines Kampfes gegen das eigene Spielfeld.
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Es verwundert wenig, dass der FC Winterthur seinen Auftakt in die zweite Saisonhälfte am letzten Sonntag verschieben musste. Dass der Rasen des FC Winterthur empfindlich auf das Wetter reagiert, ist nichts Neues. 940'000 Franken steckte die Stadt Winterthur vor zweieinhalb Jahren in die Sanierung der Schützenwiese – und doch führte der Rasen immer wieder zu Problemen.

Bereits wenige Wochen nach dem Umbau musste der FC Winterthur ins Exil gehen. Spiele wurden verschoben – aufgrund des Regens, des Schnees und der Kälte. Der neue Rasen hätte das Ende einer Umbau-Geschichte sein können, wurde jedoch zum Anfang einer Problem-Reihe.

Doch was ist mit dem Rasen eigentlich falsch?

Gemäss einer Medienmitteilung der Stadt Winterthur: Nichts.

Nach der missratenen Raseneröffnung zog die Stadt im März 2021 Spezialisten zu Hilfe und es wurde eine umfangreiche Bodenanalyse durchgeführt. Diese gruben in den neu verlegten Rasen grosse Löcher, nahmen Steine und Erde mit und untersuchten sie. Doch die externe Untersuchung kam zum Schluss, dass der Rasen einwandfrei verlegt worden sei. Er habe sich einfach aufgrund der Hitze bei der Anlieferung und des starken Regens in den Tagen danach noch nicht richtig eingelebt.

Gute Ökobilanz statt Rasenheizung

Während der Rasen mit dem Regen mittlerweile besser auskommt, stellt die Kälte noch immer ein grosses Problem dar. Seit der Sanierung musste in jeder Saison mindestens ein Spiel aufgrund des gefrorenen Bodens verschoben werden. Das Problem kennen viele Amateur-Fussballplätze. Die meisten professionellen Stadien haben hingegen eine Platzheizung. Für die Stadt Winterthur sei eine solche Rasenheizung im Rahmen des Ersatzneubaus aus ökologischen und finanziellen Gründen nicht infrage gekommen. Stattdessen habe man sich für einen sogenannten «bodennahen Aufbau» entschieden. Die ökologische Bilanz falle somit deutlich besser aus.

Wird der FC Winterthur zum Schönwetter-Verein?

«Nein, natürlich nicht», sagt FCW-Kommunikationsleiter Andreas Mösli am Telefon gegenüber ZüriToday. «Wir spielen schliesslich auch im strömenden Regen. Das anfängliche Nässe-Problem des Rasens ist behoben. Aber der gefrorene Boden bringt eine zu grosse Verletzungsgefahr mit sich.»

Es ist kein einfaches Problem. Ist der Schnee zu nass, kann man ihn nicht mit den grossen Maschinen vom Platz räumen, da dabei der Rasen zu Schaden käme. Ist der Boden zu kalt, kann man ihn auch bei wenig Schnee nicht einfach manuell wieder auftauen lassen – ausser eben mit einer Rasenheizung. Diese käme jedoch noch nicht in Frage, wie David Mischler vom Sportamt Winterthur gegenüber ZüriToday erklärt: «Die Stadt Winterthur hat für fast eine Million Franken den Rasen erneuert. Dieser sollte sicher zehn Jahre standhalten. Vor Ablauf dieser Zeit ziehen wir daher sicherlich keine Erneuerung bezüglich einer Rasenheizung in Betracht.»

Der Kampf mit dem Rasen hat daher noch kein absehbares Ende. So wie es aussieht, wird der FC Winterthur bis 2030 seine Spiele an kalten Wintertagen verschieben müssen.

(Emilie Ammann)

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Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 24. Januar 2023 07:10
aktualisiert: 24. Januar 2023 07:10