Multikulti

Corine Mauch erwartet von Expats, dass sie Deutsch lernen

31. Oktober 2022, 10:51 Uhr
Zürich soll eine Stadt für alle bleiben und sei mit ihrem Wachstum noch nicht am Ende, findet Stadtpräsidentin Corine Mauch. Ausserdem sollen Zugezogene unsere Sprache lernen, Zürcherinnen und Zürcher müssen sich aber auch ans Englisch gewöhnen.
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Rund 50'000 Menschen in der Stadt Zürich geben Englisch als Hauptsprache an. Das sind mehr als 10 Prozent der Stadtzürcher Bevölkerung. Stadtpräsidentin Corine Mauch findet, dass sich die Zürcherinnen und Zürcher zwar ans Englisch auf den Strassen gewöhnen müssen, erwartet aber von den Expats auch, dass sie unsere Sprache lernen.

In einem Interview mit dem «Tages Anzeiger», sagt Mauch, dass sie beim Kaffee-Trinken lieber auf Englisch, statt gar nicht bedient werde und spricht den aktuellen Fachkräftemangel an. Besonders Gastronomiebetriebe hätten derzeit Mühe, qualifiziertes Personal zu finden, erklärt Mauch.

Früher Hochdeutsch, jetzt Englisch

Auf die Frage, ob sie die Irritation vieler Menschen ob dem allgegenwärtigen Englisch verstehen könne, antwortet sie mit dem Beispiel «Hochdeutsch». «Vor 10 bis 15 Jahren störten sich viele Zürcherinnen und Zürcher am Hochdeutschen, das plötzlich stark präsent war. Heute haben sich die meisten daran gewöhnt», sagt Mauch. Ähnlich werde es mit dem Englischen laufen, schätzt die Stadtpräsidentin.

Um eine Stadt für alle zu bleiben, sei eine aktive Wohnpolitik wichtig, sagt Mauch auf das Argument, dass viele Angst davor hätten, dass die zahlreichen Expats Zürcherinnen und Zürcher aus der Stadt verdrängen. Dank guten Ausbildungen und gut bezahlten Jobs könnten sich bald nur noch Ausländerinnen und Ausländer Wohnungen in attraktiven Gegenden leisten, kritisieren Skeptikerinnen und Skeptiker den Zuwachs.

Über Stadtgrenze hinaus schauen

Die Stadt müsse demnach möglichst viele Wohnungen kaufen und sich für bezahlbare Mieten einsetzen, sagt Mauch. Gegenüber dem «Tages Anzeiger» spricht sie auch davon, dass die Stadt zwölf Kreise habe und die städtische Lebensweise weit über die Stadtgrenze hinausreiche.

Sie gibt aber auch zu, dass die Gefahr der Verdrängung besteht. Aus diesem Grund hat die Stadt kürzlich ein Monitoring eingerichtet. Damit könne man erkennen, wo Menschen, die bildungsmässig wie finanziell über wenig Ressourcen verfügen unter Druck geraten. Anzeichen dafür gebe es in den Kreisen 4 und 5.

Darüber, dass Zürich zu einem zweiten Kanton Zug mutieren könnte, solle man sich keine Sorgen machen findet Mauch: «Man kann Zürich nicht mit Zug vergleichen. Zug ist ein Tiefsteuerkanton», so die Stadtpräsidentin.

(roa)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 31. Oktober 2022 07:38
aktualisiert: 31. Oktober 2022 10:51