Zürich

Zürcher Sozialhilfebezügerin verdiente heimlich tausende Franken mit Katzenzucht

Verurteilt

Zürcher Sozialhilfebezügerin verdiente heimlich tausende Franken mit Katzenzucht

· Online seit 20.06.2023, 13:57 Uhr
Eine 62-jährige Frau bezog von einer Gemeinde im Zürcher Unterland seit 2010 Sozialhilfe. Nebenbei machte die Frau noch Einkünfte über mehrere tausend Franken. Weil sie diese nicht deklarierte, verurteilte sie das Bezirksgericht Bülach zu sechs Monaten Haft.
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Innerhalb von vier Jahren häufte die Frau auf einem Bankkonto 45'000 Franken an, ohne die Behörden über das Geld zu informieren, berichtet die «NZZ». Die Einnahmen sollen vor allem aus zwei Einnahmequellen stammen: astrologische Beratungen und eine Katzenzucht.

Bei den «Astrositzungen» bot die Frau neben Beratungen auch das Erstellen von Horoskopen an. Die Kundschaft bezahlte dafür 50 bis 400 Franken. Insgesamt soll die 62-Jährige 36 bis 100 Personen beraten haben. Daneben verdiente sie auch Geld mit dem Verkauf von Katzenbabys. Mindestens 18 Tiere für 1200 Franken soll die Frau verkauft und damit 20'600 Franken verdient haben.

Online-Inserat lässt Betrug auffliegen

Die undeklarierten Nebeneinkünfte kamen durch eine Angestellte des Sozialamtes ans Licht. Sie stiess auf der Online-Plattform Anibis auf ein Inserat der 62-Jährigen, was die Anklage ins Rollen brachte. Die Beschuldigte gab in der folgenden Untersuchung alles zu.

Die Anklage gegen die Frau bezog sich nicht nur auf das geheime Konto, sondern auch auf einen Ladendiebstahl und einen Verstoss gegen ein Hausverbot im Coop. Weiter war die Beschuldigte bereits vorbestraft wegen Hausfriedensbruch, Diebstahl und Urkundenfälschung. Deswegen wird ein Teil der beantragten Strafe vollzogen.

Katzenfutter habe viel Geld gekostet

Das Bezirksgericht Bülach verurteilte die Frau zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten und 400 Franken Busse. Dazu kommen 5800 Franken an Gerichts- und Verfahrenskosten. Die Hälfte der Freiheitsstrafe sitzt sie im Gefängnis ab.

Als Gründe für ihre Straftaten nennt die Frau zu wenig Geld und zu viele Rechnungen. Mit dem Verkauf der Katzen habe sie allerdings nicht viel verdient, weil sie schliesslich grosse Mengen an Katzenfutter habe bezahlen müssen. Um die drei verbleibenden Katzen der Frau werde sich ihr Sohn kümmern.

(lba)

veröffentlicht: 20. Juni 2023 13:57
aktualisiert: 20. Juni 2023 13:57
Quelle: ZüriToday

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