Zürich

Universität Zürich fällt puncto Nachhaltigkeit durch

Klimaneutralität

Universität Zürich fällt puncto Nachhaltigkeit durch

· Online seit 14.07.2023, 12:38 Uhr
Trotz «Sustainability Policy» und «Umsetzungsstrategie 2030» hinkt die Universität Zürich punkto Umweltschutz und Nachhaltigkeit hinterher. Dieser Ansicht sind zwei SP-Kantonsräte. Sie sehen das Problem unter anderem in der finanziellen Ausstattung.
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Das Anliegen ist als Frage formuliert: «Ist der Regierungsrat ebenfalls der Meinung, dass die Universität Zürich in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaneutralität eine Vorreiterrolle übernehmen soll?»

Trotz Fragezeichen ist klar, dass der Vorstoss der zwei SP-Kantonsräte auffordernd gemeint ist. Die Universität Zürich (UZH) landet in einem internationalen Nachhaltigkeits-Ranking auf dem 130. Platz. Bescheiden, besonders dann, wenn man diese Rangierung vor den Hintergrund stellt, dass die UZH Klimaneutralität bis 2030 anstrebt. 

Nur «relative Verbesserungen» erreicht

Auch die UZH selbst macht deutlich, dass es kritisch wird damit, dieses Netto-Null-Ziel bis 2030 zu erreichen. Im kürzlich veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht 2021/2022 hält die UZH fest: Bei 17 von 23 definierten Zielen sind bisher nur relative Verbesserungen erreicht worden. 

Diese Eigenbeurteilung und der internationale Sustainability Report für Universitäten decken sich somit. Im Vorstoss werfen die beiden Kantonsräte die Frage in den Raum, ob die UZH genügend finanzielle und personelle Mittel für das Erreichen der eigenen Klimaziele einsetzt. 

Eine WWF-Studie aus 2021 zum Thema «Nachhaltigkeit an Schweizer Hochschulen» kommt zum Schluss, dass die finanzielle Ausstattung der Nachhaltigkeitsstelle bei der UZH «sehr gering» ausfällt. Im Vergleich mit den anderen Schweizer Universitäten weist die UZH gar den drittschlechtesten Wert auf, obwohl sie die grösste Volluniversität der Schweiz ist. 

Nachholbedarf auch bei der Forschung

Die Kantonsräte kommen überdies zum Schluss, dass die UZH im Bereich Nachhaltigkeit auch punkto Lehre und Forschung Nachholbedarf haben. Es gebe keine eigenständigen Studien- und Forschungsprogramme, wie dies an anderen Schweizer Universitäten üblich sei, konstatieren die SP-Kantonsräte. 

Sie wollen vom Regierungsrat wissen, ob die UZH plant, solche Programme einzuführen. Weiter soll der Regierungsrat beantworten, wie viele Stellenprozente die Nachhaltigkeitsfachstelle der UZH aufweist und welches Budget dieser zur Verfügung steht – und ob die Stellenprozente und das Budget ausreichen, um die Ziele zu erreichen. 

ETH im internationalen Vergleich besser

Im internationalen Ranking steht die ETH Zürich zwar etwas besser da als die UZH, auf Platz 75. Für eine Hochschule, welche im allgemeinen Universitätsranking regelmässig einen Top-10-Platz erreicht, ist eine Klassierung auf dem 75. Rang im Bereich der Nachhaltigkeit ein Schandfleck im sonst guten Zeugnis. 

Mit diesem 75. Rang ist sie aber immer noch die am besten klassierte Schweizer Hochschule. Der Schandfleck im Zeugnis ist für die restlichen Schweizer Unis also noch grösser. 

Soziale UZH, umweltfreundliche ETH

Interessant ist beim Vergleich der UZH und der ETH noch etwas. Auf der Rangliste sind zwei Messgrössen angegeben: Bei einer geht es um den Einfluss der Unis auf die Umwelt, bei einer um den sozialen Einfluss.

Die ETH schneidet beim Umweltfaktor eigentlich deutlich besser ab, wird im Ranking aber aufgrund des sozialen Einfluss zurückgespühlt. Bei der UZH ist es genau umgekehrt: Der soziale Einfluss ist deutlich besser als die Klassierung, der Umweltfaktor deutlich schlechter. 

Die weiteren Schweizer Unis

Die ETH und die UZH glänzen zwar nicht mit ihrer Klassierung. Die weiteren Schweizer Universitäten schneiden aber allesamt noch schlechter ab. Knapp hinter der UZH liegt die Uni Bern auf Platz 138. Danach kommen irgendwann Basel, Genf, Lausanne, die ETH Lausanne und Fribourg. 

In den Top 10 des universitären Nachhaltigkeitsrankings sind bis auf die Universität Tokyo allesamt Unis aus englisch-sprachigen Ländern. Auf das Podest schaffen es die University of California (USA), University of Toronto und die University of British Colombia (beide Kanada).

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veröffentlicht: 14. Juli 2023 12:38
aktualisiert: 14. Juli 2023 12:38
Quelle: ZüriToday

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