«Love, Lena, Lucy»

Züri-Männer, was genau ist eigentlich euer Problem?

12. September 2022, 21:15 Uhr
Lena ist zurück aus Kreta, muss aber vor allem eines tun: Das Ghosting-Fass ein für allemal in die Luft sprengen. Denn was Lucy da mit diesem Hornochsen erlebt hat, ist in Zürich verdammter Alltag.
Lucy und Lena sind Freundinnen, Singles und Zürcherinnen.
© ZüriToday

Lucy, zuerst und zuallerwichtigst: Ich hoffe sehr, dass du die Nummer von Matts wirklich gelöscht hast und zwar so, dass sie auch nie nie nie mehr auftaucht.

Dieser Ghoster-Creep-Tubel-Wixer soll am besten seine Handynummer ganz verlieren. Für immer.

Denn es ist so, meine Liebe. Ich bin zwar im Herzen noch immer 20, in Körper und Geiste aber leider schon bitz älter. Und mein ganzes elendes Liebesleben lang verfolgen mich diese Züri-Ghoster! Bevor ich also zu meinem norwegischen Gott aus Griechenland komme, muss ich folgendes loswerden:

Keine. Ich betone KEINE meiner Freundinnen hat eine weisse Ghosterweste. 

Da gibt es Rahel, die auf einer dieser Apps einen tollen Typen kennenlernte und sich mit ihm traf. Oft. Nachdem sie bei seiner Schwester zum Brunch war, verabredete sie sich mit ihm an einem Wochenende. Er schrieb ihr, dass er nur noch kurz etwas erledigen müsse und sich freue, sie danach zu sehen. Und das wars. Dann kam nichts mehr, null, nada.

Sie hat ihm geschrieben, hat ihn angerufen und am Ende hat sie vor allem an sich selbst gezweifelt.

Das hat auch Sam. Nachdem ihr Date ihr nonstop gesagt hat, wie toll er sie findet und sie schon fast bitz gestresst war, weil sie es locker angehen wollte…bis sie ihn mit einer anderen beim Turteln am See sah, ihm schrieb und nie mehr eine Antwort bekam.

Dein Matts, liebe Lucy, hat diese Scheisse aufs nächste Level gehoben. Exakt das Gleiche ist mir doch auch passiert. Erinnerst du dich an Alex? All-in-Alex?

Alex hat schon fast ein Haus für uns gebaut und unsere Kinder ausgetragen, bevor er leider meine Nummer verlegt hat, nur um mich kurz danach zu terrorisieren. Der hat mir doch damals tatsächlich vorgeworfen, ich schrumpfe seine Eier mit meiner emanzipierten Art.

Um mir kurz darauf zu sagen, dass er eine unabhängige Frau brauche und keine, die ihm am Bein hänge. Ok what? Da wäre es mir ehrlich gesagt für einmal lieber gewesen, er hätte wirklich den Geist gemacht.

Jeden Donnerstag gibts «Love, Lena, Lucy»

Also stellt sich mir da vor allem eine (oder mehr als eine) Frage: 

Züri-Männer, was genau ist eigentlich euer Problem?

Wollt ihr etwas? Sagt es doch einfach.

Wollt ihr nichts? Sagt es doch einfach.

Wisst ihr nicht, was ihr wollt? Sagt es doch einfach.

Super easy, oder?

Ernsthaft Lucy und ernsthaft (fast) alle Männer da draussen, es ist doch wirklich wahnsinnig simpel! Und damit zum göttlichen Per aus Norwegen bzw Kreta. Ich habe ihn an meinem letzten Abend wieder gefunden. Wir hatten Sex (auf einem Liegestuhl, hoi an mein 16-jähriges Ich) und er sagte mir, dass er meine Nummer nicht möchte, mir eine gute Heimreise wünsche und unsere Begegnung total schön gefunden habe. Punkt.

Damit endete für mich eine göttliche Gottwoche und es ist gut so. Gut für ihn, gut für mich, einfach gut.

Checkt ihr das bitte, liebe Männer?

Norwegen kanns, Zürich muss noch lernen…gäll, Lucy?

Ein dickes FICK-DICK-MATTS und einen viel dickeren Kuss zu dir!

Lena

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 12. September 2022 21:15
aktualisiert: 12. September 2022 21:15
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