«Love, Lena, Lucy»

Der Typ, der MICH zur Schnecke macht obwohl ER der Tubel ist

31. August 2022, 13:11 Uhr
Lucy wird zwar nicht mehr geghostet, dafür aber beschimpft. Während sie also WTF-Momente bewältigt., sucht Lena auf Kreta zwecks Super-Sex Norwegen-Per.
Lucy und Lena sind Freundinnen, Singles und Zürcherinnen.
© ZüriToday

Hoi Lena, ich hab mir einen abgezaubert und 10 Millionen Stoss-(Haha!)-Gebete in den Himmel über Kreta geschickt. Sag, wurden sie erhört? Beziehungsweise hast du Per, den Super-Norweger, der so Super-Sex kann, gefunden? Hattet ihr noch eine Nacht nach deinem Gusto? Ich will Details.

Und damit zu Matts. Er hat sich nach einer gefühlten Ewigkeit des Ghostings wieder gemeldet. Und tat so, als sei da absolut kein Tag vergangen seit unserem letzten Kontakt.

Er schrieb out of the blue, dass er sich sehr freut auf unser Treffen. Das wir weder ausgemacht noch terminiert haben.

Ich habe lange überlegt, ob und was ich antworte. Und genau weil ich so lange studierte, entschloss ich, nichts zu machen. Sind wir ehrlich: Geschichten, die irgendwie kompliziert beginnen, werden nicht einfacher. Und auf viel studieren und auf Antworten warten oder gar hoffen hab ich keine Lust.

Es vergingen wieder ein paar Tage.

Dann war er wieder da, sein Name auf meinem Display. Dazu: «Donnerstagabend Kino oder Essen oder Trinken oder/und Knutschen?»

Das ist doch dreist.

Was antwortet man auf sowas? «Hey, schüli Sorry, würde gerne, aber mein Meersäuli selig hat da seinen Todestag. Da bin ich busy mit traurige Lieder hören»? Oder «Du, ich würde gerne, hab aber viel zu tun, melde mich!»? Wohlwissend, dass ich mich nie mehr melde?

Ich entschied mich für etwas, das ich in solchen Situationen selten bis nie mache: Ehrlichkeit. Haha! Ich schrieb: «Matts, das erste Treffen mit dir war krass. Krass super. Das Ghosting danach war auch krass. Krass unsuper. Ich will jetzt nicht mehr. Komm wir machen es so: Nächstes Leben, nächste Chance!?»

Es dauerte 3 Sekunden bis mein Handy klingelte.

Das habe ich am meisten gehasst.

Telefonieren finde ich per se Kacke.

Seit wir mit unseren Telefonen texten können, haben wir das telefonieren irgendwie verlernt. Also ich zumindest.

Ich ging also absolut logischerweise nicht ran.

Was dazu führte, dass mir Matts 14 Sprachnachrichten in 4 Minuten schickte. Die Quintessenz: Ich bin uncool. Komplett unentspannt. Völlig verbissen. Er darüber sehr erstaunt. Hätte er nicht gedacht. Aber sei schon gut so. Dann wisse er es jetzt. Bla Bla Bla.

Bla Bla.

Was für ein Hornochse.

Dreht mir nix, dir nix den Spiess um und macht mich zur Buh-Frau.

Lena, ich bin genervt.

Habe also seine Nummer gelöscht. Für Matts dennoch kein Grund, sich ganz vom Acker zu machen. In den letzten 12 Stunden hat er alle meine Instagram-Post geliked. Auch die Bilder von 2017.

Ich glaube, er ist ein Creep.

Scheisse.

Möge es dir sehr viel besser ergehen gerade,

Deine Lucy

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 1. September 2022 16:00
aktualisiert: 1. September 2022 16:00
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