Zürich

So steht es in Zürich um die 1. August-Feuerwerke

Feuergefahr

So steht es in Zürich um die 1. August-Feuerwerke

· Online seit 27.07.2023, 05:46 Uhr
Aktuell gilt im Kanton Zürich die Waldbrand-Gefahrenstufe 3 von 5, und damit erhebliche Gefahr. Was bedeutet das für Höhenfeuer und Feuerwerke am 1. August? Eine Gemeinde macht endgültig Schluss mit der Knallerei. In Stein am Rhein fehlen die Sponsoren.

Quelle: TeleZüri

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Der Juli 2023 brachte Zürcherinnen und Zürcher mit einzelnen Temperaturen von über 35 Grad ordentlich ins Schwitzen. Mit dem trockenen Wetter kommt auch eine grosse Brandgefahr, beispielsweise durch Bräteln, Zigaretten im Wald und die kommenden 1. August-Feierlichkeiten.

Gemäss Lagebeurteilung der Kantonalen Führungsorganisation KFO «Koordination Trockenheit» gilt für die Brandgefahr im Kanton Zürich in Wald und Waldesnähe die Gefahrenstufe 3, was «erheblich» bedeutet. Vorsichtiges Verhalten ist daher angesagt. In der Vergangenheit wurde ab Stufe vier (grosse Gefahr) ein Feuerverbot eingeführt.

«Dank des Regens ist die Situation besser»

In den Jahren 2018 und 2022 verhängten viele Zürcher Gemeinden ein Feuerwerksverbot. Gemäss MeteoSchweiz wird in den nächsten Tagen mit einigen Niederschlägen gerechnet. Sollte sich die Lage nicht weiter verschärfen, wird dieses Jahr am Nationalfeiertag das Entzünden von Feuern höchstwahrscheinlich möglich sein.

Die Gemeinde Geroldswil macht kein eigenes, offizielles Feuer. Generell gehe es nicht darum, Feuerwerke zu erlauben, sondern diese zu verbieten, sagt Karl Suter, Gemeindeschreiber von Geroldswil. «Aufgrund der aktuellen Regenfälle sieht die Situation etwas besser aus. Über ein nötiges Verbot wird erst gegen Ende Juli entschieden.»

Feuerwerk-Sponsoren springen ab

«Die Lage wird laufend beurteilt», sagt Roland Engeler, Leiter Bevölkerung und Sicherheit der Stadt Bülach. Bis zum heutigen Zeitpunkt habe der Kanton jedoch kein Feuerverbot erlassen. In den Seegemeinden Horgen, Küsnacht und Meilen sind bereits Feuerwerke angekündigt. Doch hier macht sich Widerstand breit. In Meilen will ein Initiativkomitee, bestehend vorwiegend aus Hundebesitzern, lautes Feuerwerk ausnahmslos verbieten.

In Stein am Rhein wird das Grossfeuerwerk am 1. August nach über drei Jahrzehnten nicht mehr gezündet. Da Sponsoren den Anlass als nicht nachhaltig einstufen, seien zwei von ihnen abgesprungen, sagt der Verein Steiner Feuerwerk. Damit fehlt das Geld.

«Feuerwerksverbote könnten zur Routine werden»

Auch in der Stadt Winterthur beobachtet man die Lage laufend. Jedoch räumt Nicole Mettler-Pfister, Leiterin Kommunikation, gegenüber ZüriToday ein: «Hitzeperioden werden wohl immer regelmässiger auftreten. Allgemeine Feuer- und Feuerwerksverboten könnten zur alljährlichen Routinearbeit werden.»

In Uster organisiert der Quartierverein Oberuster-Nossikon das 1. August-Feuer auf dem Ustermer Aussichtshügel Tämbrig. Tobias Rein vom Verein weiss: «Falls ein Feuerverbot ausgesprochen würde, wird die Feier auf dem Tämbrig abgesagt.» Die Leute kämen wegen des Feuers und der Stimmung. «Und wenn das wegfällt, kommt keiner», so Reim.

Flughafen verbietet Feuerwerke 

Die Gemeinden Höri und Niederglatt werden auf das offizielle Feuerspektakel verzichten müssen. Dies wegen des regen Flugverkehrs am Flughafen Zürich. Die Gesuche der Gemeinden wurden abgelehnt, heisst es im neuesten Mitteilungsblatt von Höri. Auf dem Höriberg dürfen somit auch keine privaten Feuerwerke gezündet werden.

Das vor einem Jahr beschaffte Feuerwerk, das wegen der Trockenheit nicht gezündet werden konnte, muss in Niederglatt also eingelagert bleiben. Der Flughafen Zürich bedauert den Entscheid, und äussert sich im «Zürcher Unterländer», dass viele private Feuerwerke stattfänden, und der Flugbetrieb am 1. August aus Sicherheitsgründen jeweils umgestellt werden müsse. Das führe zu vielen Verspätungen.

Feuerwerk-Verzicht wegen Umweltschutz

Das Wetter ist das eine, die Umweltbelastung das andere. Eine Zürichseegemeinde verzichtet wegen der starken Kritik an Feinstaubemissionen auf ein Feuerwerk am 1. August. Dies kündigt die Gemeinde Erlenbach auf ihrer Webseite an. Bislang scheint dies aber ein Einzelfall zu sein.

Die 10'000 Franken, die das Feuerwerk bisher gekostet hat, sollen gemäss dem Gemeindepräsidenten Philippe Zehnder der Bevölkerung zugutekommen. «Wir finden, dass es gescheiter ist, wenn die Leute dafür gratis etwas zu essen bekommen», sagt er gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung».

Künftig Drohnen statt Geknalle?

In Zürich war schon das pompöse Feuerwerk am Züri-Fäscht der linken Mehrheit des Stadtparlaments ein Dorn im Auge, künftig soll dieses durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzt werden – dazu gehören Drohnenshows oder Lichtprojektionen.

Erlenbachs Gemeindepräsident Zehnder trauert dem Feuerwerk aber nicht nach, denn: «Ein Feuerwerk ist nicht typisch schweizerisch, ganz im Gegensatz zu einem Höhenfeuer.»

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veröffentlicht: 27. Juli 2023 05:46
aktualisiert: 27. Juli 2023 05:46
Quelle: ZüriToday

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