Universität Zürich

Russische Hacker sollen Selenskyjs Auftritt gestört haben

30.09.2022, 23:56 Uhr
· Online seit 30.09.2022, 10:54 Uhr
Bei der Video-Übertragung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an der Universität Zürich kam es immer wieder zu technischen Störungen. Grund dafür sei ein Hackerangriff, sagt der Veranstalter. Für diesen ist naheliegend, wer dafür verantwortlich ist.

Quelle: Archivbeitrag zu Selenskyjs Auftritt an Uni Zürich, 30.09.2022 / CH Media Video Unit

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Mehrmals fiel der Ton aus, als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag an der Universität Zürich in einer Live-Schaltung Fragen von Studierenden beantwortete. Für das Europa Institut Zürich, das Selenskyj eingeladen hatte, ist klar, wer für die technischen Probleme verantwortlich war.

«Es liegt nahe, wer die Verbindung zwischen Selenskyj und der Uni Zürich gehackt hat», sagt Andreas Kellerhals, Direktor des Europainstituts Zürich, gegenüber ZüriToday. Die Swisscom habe gegenüber dem Institut bestätigt, dass ein Hacking stattgefunden habe.

Kellerhals will den mutmasslichen Hacker nicht beim Namen nennen. Doch klar ist, dass damit wohl russische Hacker gemeint sind. Bei Live-Schaltungen anderer Personen sei es bisher noch nie zu einem Hacking gekommen, sagt Kellerhals.

«Viele beleidigende Fragen»

Auch das Frage-System, mit dem die Studierenden dem Präsidenten online Fragen schicken konnten, wurde laut Kellerhals manipuliert. «Darunter waren viele für Selenskyj beleidigende Fragen, die wir nicht freigeben konnten.» Dadurch hätten sie nur wenige Fragen brauchen können.

Die Swisscom hatte auf eine Anfrage von ZüriToday am Freitag zunächst noch nicht geantwortet. Am Nachmittag meldete Mediensprecherin Annina Merk, die Aussage nicht bestätigen zu können. «Wir haben keine Hinweise für einen Hackerangriff oder eine Attacke auf unsere Infrastruktur.»

Falscher Knopf sei gedrückt worden

Die Universität Zürich hat keine Hinweise auf einen Hackerangriff. «Gemäss den jetzigen Erkenntnissen gab es keine Versuche, ins UZH-Netz einzudringen. Was genau zu den technischen Problemen geführt hat, wird derzeit abgeklärt», sagt Mediensprecher Beat Müller.

Das Europa Institut der Universität habe für die Übertragung eine externe Firma beigezogen, die zuvor die Technik erfolgreich getestet habe, sagt Müller. Im Hörsaal sei auch ein technischer Mitarbeiter der Universität anwesend gewesen.

Für die Liveübertagung von Vorträgen oder Anlässen werden laut Müller oft externe Firmen beigezogen. In der Regel funktioniere dies problemlos». «Umso ärgerlicher ist der gestrige Tonausfall.» Der Ausfall des Mikrofons des Botschafters sei dadurch zustande gekommen, dass versehentlich der Stumm-Schaltknopf am Mikrofon gedrückt worden sei.

(bza/osc)

veröffentlicht: 30. September 2022 10:54
aktualisiert: 30. September 2022 23:56
Quelle: ZüriToday

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