Mehr als 218'000 Franken

Rekord doch noch nicht geknackt: Personen boten für ZH 100 ohne nötige Bonität

5. November 2022, 10:21 Uhr
Seit Donnerstag läuft die Versteigerung der bisher tiefsten im Kanton Zürich verfügbaren Nummer. Zwischenzeitlich war das Gebot für «ZH 100» auf über 380'000 Franken gestiegen. Nun zeigt sich: Die Bietenden hatten gar nicht das nötige Kleingeld.

Quelle: TeleZüri / Beitrag vom 3. November 2022

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Die Gebote für das Zürcher Nummernschild 100 hatten am Freitagabend neue Rekord-Höhen erreicht: Kurz vor 20 Uhr lag das höchste Gebot bei über 350'000 Franken. Damit wäre das Kontrollschild das teuerste der Schweiz gewesen. 2018 wurde ZG 10 für 233'000 Franken versteigert.

Strassenverkehrsamt musste Auktion anhalten

Nun zeigt sich: Bei der Auktion haben Leute mitgeboten, die gar nicht über die nötige Bonität verfügten. Dies sagt Severin Toberer, Mediensprecher des Zürcher Strassenverkehrsamtes, gegenüber ZüriToday: «Wir haben schnell reagiert, die Auktion unterbrochen und die betroffenen Bietenden gesperrt.»

Seit Samstagmorgen um 9 Uhr läuft die Aktion wieder. Das höchste Gebot liegt aber bei 218'000 Franken. Somit ist der Rekord noch nicht geknackt. Das Strassenverkehrsamt beschränkt auch den Zeitraum für Gebote auf 8 bis 19 Uhr.

Das tiefste Zürcher Kontrollschild, welches bei einer Auktion je über die Theke ging, war «ZH 499». Jemand bezahlte dafür im Dezember 2020 52'000 Franken.

Am Freitagabend um 17.15 Uhr stand der Zähler kurz vor 219'000 Franken
© Screenshot auktion.stva.zh.ch

Weiterverkauf verboten

Am Donnerstagmorgen gab es für «ZH 100» schon über 160 Gebote. Bis feststeht, wer das höchste Gebot abgibt, dauert es noch eine knappe Woche. Was jetzt schon klar ist: Der oder die Höchstbietende erwirbt nur das Nutzungsrecht für die Nummer. Weiterverkaufen darf man Kontrollschilder im Kanton Zürich nicht.

Jeder Kanton handhabt die Kontrollnummer-Vergabe anders. Einige, wie der Kanton Zürich, planen ihre Auktionen strategisch und sie verbieten die Nummern weiterzuverkaufen. Andere überlassen das Geschäft den Privatkäufern, welche die Nummer beliebig weiterverticken dürfen.

Ein lukratives Geschäft für den Kanton

Für die Zürcher Staatskasse ist der Verkauf von Autonummern eine sprudelnde Einnahmequelle. Pro Woche werden 30 Autokontrollschilder versteigert. Im Jahr nimmt der Kanton Zürich damit rund 5 Millionen Franken ein. Im letzten Jahr waren es gar 5,1 Millionen.

Die Auktion für «ZH 100» läuft noch bis am nächsten Mittwochabend, 9. November. Dann wird es als tiefstes Zürcher Kontrollschild nach 52 Jahren wieder auf den Strassen zu sehen sein.

(bza/lea/lol)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 4. November 2022 16:58
aktualisiert: 5. November 2022 10:21