Zürich

«Klimastreikende sind nicht hässig auf die Autofahrenden»

Demo in Zürich

«Klimastreikende sind nicht hässig auf die Autofahrenden»

· Online seit 15.09.2023, 21:27 Uhr
Auch in der Stadt Zürich gingen anlässlich des 13. globalen Klimastreiks zahlreiche Personen auf die Strasse. Die Demonstration am Freitagabend verlief friedlich. Die Wut richtete sich gegen die Politik und die Institutionen.
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5500 Menschen zogen unter dem Motto #WeHaveAPlan für Klimagerechtigkeit durch die Zürcher Innenstadt. Gefordert wurde am Freitagabend ein Ende der fossilen Energien, welche die Klimakrise verursachen, wie der Klimastreik Zürich am Freitagabend mitteilt.

Die Strassen waren für die Demo abgesperrt – trotz Feierabendverkehr. «Es geht nicht darum, dass man die Autofahrenden nerven will», sagte eine TeleZüri-Reporterin vor Ort. Die Demonstrierenden distanzierten sich klar von Renovate Switzerland und auch der Klimakleber. «Man ist nicht hässig auf die Autofahrenden, sondern auf die Politik und die Institutionen.»

«Betroffene sind alle Opfer der Klimakrise»

«Wir haben diesen Sommer gesehen, was die Klimakrise schon jetzt für Auswirkungen hat», zitiert der Klimastreik Zürich Florian Brüggemann vom Klimastreik Zürich in einer Mitteilung. «Grosse Teile von Griechenland und Spanien liegen in Schutt und Asche, Lybien wird überschwemmt, Marokko leidet unter dem stärksten Erdbeben seit Jahren. Die Betroffenen sind alle Opfer der Klimakrise, die jetzt unwiderlegbar auch im globalen Norden angekommen ist. Es ist höchste Zeit, den fossilen Brennstoffen ein Ende zu setzen», führt Brüggemann weiter aus.

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Zu Wort kommt auch Mitglied Charles Sérou: «Abstimmungen und Demonstrationen sind zwar wichtig, doch sie reichen nicht mehr». Die Aufmerksamkeit für die Klimakrise sei da, wie Umfragen zeigen. Dass die Bekämpfung der Klimakrise dermassen langsam voranschreite, habe mit der Macht der fossilen Industrie und ihrer Lobby zu tun. «Es braucht nun eine starke Zivilgesellschaft, welche die Macht der reichen fossilen Lobby nicht einfach als gottgegeben hinnimmt – und sich für einen Systemwandel organisiert», so Sérou.

Der Klimastreik testet laut den Organisatoren daher gerade neue Strategien, wie Menschen sich konkret für eine schrittweise ökosoziale Transformation engagieren könnten.

Schweizweit 6500 Teilnehmende

Der 13. globale Klimastreik brachte in acht Städten in der Schweiz nach Angaben der Organisatoren rund 6500 Menschen auf die Strasse. Als Grund für die Mobilisierung nannte die Bewegung den «Katastrophensommer» und das abnehmende Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik.

Wahlen, Abstimmungen und Demonstrationen seien zwar wichtig, der Klimaschutz müsse nun aber selbst an die Hand genommen werden, teilte der Klimastreik am Abend mit. Sogar ein zehnprozentiges Wählerwachstum einer klimafreundlichen Partei könne die Klimakrise nicht stoppen.

Rascher Ausstieg aus fossilen Brennstoffen gefordert

Zahlreiche Menschen überlegten sich zunehmend, wie sie ausserhalb der institutionellen Politik für Klimagerechtigkeit und ein Ende des fossilen Zeitalters eintreten können. Die politische Institutionen seien gegenüber der Macht der fossilen Lobby zu schwach. Es brauche eine starke Zivilgesellschaft und eine gesamtgesellschaftliche Transformation, hiess es im Communiqué.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Demonstrationen forderten den raschen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen und einen Systemwechsel, um das Ziel von 1,5 Grad Erderwärmung einzuhalten. Zudem ruft der Klimastreik mit einem breiten Bündnis zur Teilnahme an der nationalen Klimademonstration am 30. September in Bern auf.

(bza/sda)

veröffentlicht: 15. September 2023 21:27
aktualisiert: 15. September 2023 21:27
Quelle: ZüriToday

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