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Kühlschrank-Hüsli in Seuzach wird Opfer von Vandalismus

Verwüstung

Kühlschrank-Hüsli in Seuzach wird Opfer von Vandalismus

· Online seit 15.10.2023, 07:14 Uhr
Die Absicht von offenen Kühlschränken wie dem von «Madame Frigo» ist es, Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Die neusten Vandalenakte von unbekannten Tätern machen den freiwilligen Helfenden das Leben schwer und gefährden das Projekt.
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Rotbraune Spritzer kleben an der weissen Wand des Waaghüslis in Seuzach, auf dem Boden hat es verschüttete Flüssigkeit, leere Flaschen und aufgerissene Verpackungen. Ein Bild davon kann sich machen, wer in der neusten «Seuzi Zytig» blättert.

Im Waaghüsli befindet sich seit einigen Monaten ein offener Kühlschrank von «Madame Frigo». Dort kann Lebensmittel hinbringen, wer sie selbst nicht mehr benötigt, die aber noch nicht über dem Verfallsdatum sind. Damit soll Foodwaste verhindert werden. Wem gerade etwas zu Hause fehlt, könnte im Gegenzug im offenen Kühlschrank fündig werden.

Helfende müssen Taten bereinigen

Der Kühlschrank mit den guten Absichten lockt aber offenbar nicht nur Lebensmittelretter, sondern auch solche, die «respektlos mit Madame Frigo umgehen», sagt die zuständige Gemeinderätin Laura Wissmann (SVP) gegenüber dem «Landboten». Von den Lebensmitteln sei schon gegessen worden und diese habe man dann einfach liegen lassen. Zudem seien mehrmals Asche und Zigarettenstummel im Waaghüsli vorgefunden worden.

Die unbekannten Vandalen hätten auch den Putzschrank aufgebrochen und Reinigungsmittel geklaut, schreibt die «Seuzi Zytig». Der Aufwand, diese Taten zu bereinigen, ist für die freiwilligen Helferinnen und Helfer gross, auch wenn sie darauf achteten, dass jeweils schnell alles geputzt sei, sagt Wissmann.

Man wisse nicht, wer hinter der Verwüstung stecke. Die Gemeinde hat eine «Nulltoleranz», falls man Vandalen auf frischer Tat ertappe. Dann gäbe es ein Hausverbot und sollte sich die Person nicht daran halten, eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch.

Putzmittel werden öfters entwendet

«Solche Taten sind natürlich sehr schade, zum Glück erreichen uns aber überwiegend positive Rückmeldungen», sagt Marlen Stocker, zuständig für Community und Standorte von «Madame Frigo». Kommt es denn bei 35 Standorten im Kanton Zürich und über 130 schweizweit, nicht öfter zu Delikten?

«Unsere Kühlschränke stehen im öffentlichen Raum und Vandalismus kann nicht ausgeschlossen werden. Was es häufig gibt, sind Kritzeleien am Hüsli, angebrauchte oder vergammelte Lebensmittel oder das Entwenden von Putzmitteln», erklärt Stocker.

Die Brotbox wird angekettet

Ein Team aus bis zu fünf Freiwilligen kümmert sich vor Ort um die Frigos und kontrolliert und reinigt diese regelmässig. Die Geschäftsstelle betreut derweil alles Organisatorische. Den Freiwilligen sei es selbst überlassen, ob sie Vorfälle der Polizei melden.

Die Brotbox kette man bei der Auslieferung von neuen Standorten an, damit sie nicht geklaut werde, sagt Marlen Stocker. «Grössere mutmassliche Schäden gab es bisher selten, ein Kühlschrank wurde noch nie geklaut.» In der jährlichen Umfrage von Madame Frigo würden lediglich 10 Prozent der Freiwilligen Vandalismus als Problem angeben. «Viele Leute sind sehr dankbar für das Angebot und behandeln unsere Frigos auch entsprechend.»

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veröffentlicht: 15. Oktober 2023 07:14
aktualisiert: 15. Oktober 2023 07:14
Quelle: ZüriToday

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