Brandstifter bei Feuerwehr

Feuerteufel aus der Ostschweiz zeuselte bereits in Meilen

31.10.2023, 07:33 Uhr
· Online seit 30.10.2023, 12:24 Uhr
Während rund einem Jahr wütete ein Brandstifter in der Region rund um Schmerikon im Kanton St. Gallen. Kurz nachdem die Flammen um sich schlugen, stand der Beschuldigte selber auf Platz als Freiwilliger der Feuerwehr. Der 36-Jährige trieb zuvor bereits in Zürich sein Unwesen.
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Insgesamt acht Brandanschläge wirft die St. Galler Staatsanwaltschaft dem 36-jährigen Chauffeur und freiwilligem Feuerwehrmann vor. Dies sind aber nicht die ersten Feuer, die der Beschuldigte selber gelegt haben soll, um sie später im Dienst wieder zu löschen.

Segelboot, Lastwagen und Scheunen in Flammen

Bereits 2007 gingen mehrere Brände auf sein Konto. Insgesamt fünf Brandanschläge hat der damals 20-Jährige in Meilen verübt, wie «Blick» schreibt. Er steckte ein Segelboot, einen Lastwagen und mehrere Scheunen in Brand. Kurz nach Ausbruch der besagten Brände habe er geholfen als Feuerwehrmann diese wieder zu löschen.

Vor Gericht sagte er 2009 aus, dass Langeweile und Frust ihn angetrieben hätten. Das Gericht verurteilte den Feuerteufel, oder «die böse Hand von Meilen», wie «Blick» ihn damals nannte. Das Urteil lautete auf drei Jahre Gefängnis, sowie einer fünfjährigen ambulanten Massnahmen – Minimum. Das Gericht sah von einer stationären Massnahme ab, obwohl ein psychiatrisches Gutachten dem Brandstifter eine hohe Rückfallgefahr attestierte, wie die «NZZ» berichtete.

Quelle: TVO

Baustellen-WC und Polizeiautos abgefackelt

Der Verurteilte schien sich gebessert zu haben und wechselte auch seinen Wohnort. 2021 ging in Schmerikon eine verdächtige Brandserie los. Es brannte ein Toitoi-WC und ein Generator auf einer Baustelle im September, im November brannten zwei Privatautos von Polizisten auf einem Polizeiparkplatz aus und am 31. Dezember brannte ein Holzsstapel.

Die Serie ging im Februar mit einem brennenden BMW auf einem Privatparkplatz weiter. Darauf folgte ein Brand im Keller eines Wohnhauses, ein brennendes Gartenhäuschen, ein Wohnwagen und gipfelte mit einem abgefackelten Lieferwagen im September letzten Jahres.

Mutter erzählt von Problemen

Seit Anfang 2023 befindet sich der Beschuldigte in Gewahrsam. Dass sich die Vorkomnisse aus Zürich wiederholen könnte, hatte seine Mutter bereits befürchtet. «Als er nach Schmerikon zog und sich dort wieder für die Feuerwehr anmeldete, wusste ich, das kommt nicht gut», sagte seine Mutter zu «Blick». Ihr Sohn sei eigentlich ein Lieber, könne aber schlecht mit Schwierigkeiten umgehen. «Wenn er Probleme hat und das Fass überläuft, kommt Mist dabei raus», erklärt sie.

Wenn man von der Vorgeschichte gewusst hätte, hätte man ihn nicht in die Feuerwehr aufgenommen, beteuert Heinz Hickert, Kommandant der Feuerwehr Uznach-Schmerikon. Die Staatsanwaltschaft fordert eine unbedingte Gefängnisstrafe von vier Jahren und vier Monaten. für den 36-Jährigen. Zugunsten einer stationären Massnahme sei diese aufzuschieben. Die Verfahrenskosten seien weiter von dem Beschuldigten zu tragen.

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(roa)

veröffentlicht: 30. Oktober 2023 12:24
aktualisiert: 31. Oktober 2023 07:33
Quelle: ZüriToday

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