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Bund verschickt Jodtabletten – drei Zürcher Gemeinden gehen leer aus

Strahlenschutz

Bund verschickt Jodtabletten – drei Zürcher Gemeinden gehen leer aus

05.09.2023, 07:15 Uhr
· Online seit 05.09.2023, 07:06 Uhr
Ab Oktober werden der Bevölkerung rund um den Zürichsee neue Jodtabletten verschickt. Dies für den Ernstfall im AKW Beznau. Drei Zürcher Gemeinden warten jedoch vergebens auf die Tabletten. Sie befinden sich knapp zu weit weg.

Quelle: TVO / Sendung vom 25.08.2022

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Alle zehn Jahre bekommst du per Post ein eher ungewöhnliches Paket vom Bund. Ab Oktober ist es wieder so weit, du erhältst neue Jodtabletten. Die Tabletten sollen verhindern, dass die Schilddrüse radioaktives Material aufnimmt, sollte es zu einem Unglück des Kernkraftwerks Beznau kommen. Die hoch dosierten Tablette dürfen nur im Notfall und auf Anweisung der Behörden eingenommen werden.

Das radioaktive Material würde bei einem AKW-Unfall austreten und über die Atemwege in den Körper gelangen. Durch die Tabletten soll Schilddrüsenkrebs vorgebeugt werden. Der restliche Körper wäre jedoch nicht vor Verstrahlung geschützt, schreibt die «Zürichsee-Zeitung» in einem Bericht am Dienstag.

Tabletten ersetzen die von 2014

Wer seine Jodtabletten von vor zehn Jahren überhaupt noch findet, kann sie nach Erhalt der neuen Packung ersetzen. Diese laufen demnächst ab. Der Bund ist in dieser Hinsicht übrigens nicht knauserig, lässt er sich das Versenden der Tabletten doch einiges kosten.

Sämtliche Haushalte im Umkreis von 50 Kilometern eines Kernkraftwerkes erhalten die Jodtabletten kostenfrei nach Hause geschickt. Zufälligerweise verläuft der Radius mitten durch die Zürichseeregion. Deshalb gehen die Gemeinden Stäfa, Richterswil und Hombrechtikon beim Verteilen leer aus. Ihre Lage ist rund zwei Kilometer zu weit weg vom AKW. Die Gemeinden Wädenswil und Männedorf erhalten aber noch eine der gelben Schachteln pro Haushalt.

Imaginärer Jodtabletten-Graben

Für Einwohnerinnen und Einwohner von Hombrechtikon, Stäfa und Richterswil, die keine Tabletten bekommen, könnten sich einige Fragen auftun. Denn sollte man nicht präventiv diese Gemeinden auch einbeziehen und was, wenn man einem Super-GAU ungeschützt ausgesetzt ist? Bin ich tatsächlich weniger gefährdet, weil ich 0,3 Kilometer weiter entfernt wohne von Beznau als eine andere Gemeinde?

Die vielen Fragen können auf der Webseite des Bundes beantwortet werden. Die Kantone haben genügend Tabletten vorrätig, um im Ernstfall auch die Bevölkerung jenseits der 50 Kilometer-Grenze einzudecken. Zum Thema Jodtabletten gibt es auch eine eigene Hotline. Manche Gemeinden haben hierzu bereits die Nummer veröffentlicht. Erst ab dem 2. Oktober werden dort allerdings die Fragen der Bevölkerung beantwortet.

(nid)

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veröffentlicht: 5. September 2023 07:06
aktualisiert: 5. September 2023 07:15
Quelle: ZüriToday

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