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Deutschland schaltet seine Atomkraftwerke ab – das tut die Schweiz

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Deutschland schaltet seine Atomkraftwerke ab – das tut die Schweiz

· Online seit 13.04.2023, 18:17 Uhr
Drei Atomkraftwerke sind in Deutschland noch am Netz. Nun werden sie endgültig ausgeschaltet. Auch in der Schweiz sind noch drei AKW in Betrieb, sie sollen allerdings noch Jahre laufen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Atomenergie in der Schweiz.
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Wo gibts in der Schweiz noch Atomkraftwerke?

Am Samstag schaltet Deutschland seine letzten drei Atomkraftwerke ab, die noch am Netz sind. Eines davon liegt im Bundesland Niedersachsen. Die anderen zwei in Baden-Württemberg sowie in Bayern und somit in Bundesländern, die an die Schweiz grenzen.

Nahe der Grenze zu Deutschland liegen auch zwei Schweizer Atomkraftwerke, die noch in Betrieb sind: die AKW Leibstadt und Beznau im Kanton Aargau. Das dritte Kraftwerk am Netz befindet sich in Gösgen bei Olten. Das AKW Mühleberg in Bern ist seit März ausser Betrieb.

Wann ist Mühleberg komplett still gelegt?

Nach vier Jahren Stilllegungsplanung hat 2020 in Mühleberg die Vorbereitung für den Rückbau begonnen. In weiteren Schritten werden nun die Brennelemente abtransportiert und der nukleare Rückbau beginnt. BKW will dann Ende 2030 das Areal in Mühleberg ganz von radioaktivem Material befreit haben. Nach dem Rückbau sei das Areal dann 2034 bereit für eine neue Nutzung.

Und wie lange laufen die restlichen Kraftwerke noch?

Hierzulande fand die letzte Abstimmung im Zusammenhang mit Atomenergie im Jahr 2017 statt. Damals nahm die Bevölkerung das neue Energiegesetz und die Energiestrategie 2050 an. Damit soll die Schweiz bis 2050 klimaneutral sein.

Mit der Annahme der Abstimmung wurde zwar der Bau neuer AKW verboten, nicht aber der bestehende Betrieb. Diese dürfen weiterlaufen «solange sie sicher sind», heisst es beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Umwelt (Uvek). Das Bundesamt für Energie rechnet mit einer Laufzeit von bis zu 60 Jahren.

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Seit wann gibt es AKW in der Schweiz?

Laut Informationen der Internationalen Atomenergie-Organisation ging in der Schweiz im Jahr 1968 das erste Atomkraftwerk in Lucens ans Netz, dabei handelte es sich allerdings um ein Versuchskraftwerk. Danach folgten Beznau (1969), Mühleberg (1971), Gösgen (1979) und Leibstadt (1984).

Mit neuen Bauentscheiden gab es auch immer wieder Proteste gegen die Kraftwerke. Der berühmte Aufkleber mit der Aufschrift «Atomkraft? Nein, danke» tauchte auf einem Foto der Agentur Keystone (siehe Galerie oben) in der Schweiz erstmals im Jahr 1978 auf.

In den letzten Monaten und Jahren gab es immer wieder Stimmen für die Atomenergie. Bürgerliche wollten gar das Bauverbot von AKW wieder aufheben. Ein entsprechender Antrag lehnte der Nationalrat im März ab.

veröffentlicht: 13. April 2023 18:17
aktualisiert: 13. April 2023 18:17
Quelle: Today-Zentralredaktion

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