«#NotGruenenfelder»

Junge GLP Zürich will Grünenfelder als ungrün entlarvt haben

Bettina Zanni, 12. Januar 2023, 17:19 Uhr
FDP-Regierungsratskandidat Peter Grünenfelder behauptete, er beschäftige sich seit der Geburt seines Sohnes noch stärker mit Nachhaltigkeit. Die Junge GLP Zürich wertet dies als «billige Wahlfloskel». Sein Smartspider zeige ein anderes Bild.
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Wie grün ist Peter Grünenfelder wirklich? Mit dieser Frage haben sich die Jungen Grünliberalen Zürich genauer befasst. Dabei kommen sie zum Schluss, dass sich der FDP-Regierungsratskandidat nur grün gibt.

Auf Twitter entlarven ihn Vertretende der Jungen GLP und der GLP Zürich unter dem Hashtag «#NotGruenenfelder». Sie argumentieren damit, dass das Smartspider ein anderes Bild zeige als seine Äusserung für mehr Nachhaltigkeit. Die Smartspider der Plattform Smartvote geben Wählerinnen und Wählern eine Entscheidungshilfe.

Keine FDP-Sektion habe weniger Punkte

Auslöser für die Analyse der Jungpartei ist Grünenfelders Aussage in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Seine Vaterrolle präge ihn stark, sagt der Direktor von Avenir Suisse, der im Frühling Vater wurde. Seit Sohn Michel auf der Welt sei, beschäftige er sich noch stärker mit Nachhaltigkeit. Er überlege sich, was eine Massnahme für seinen Sohn konkret bedeute, wenn er älter sei.

In einer Medienmitteilung doppelte die Partei nach. «Ein Blick auf #NotGruenenfelders Smartvote-Profil reicht aus, um die Aussage als billige Wahlfloskel zu enttarnen», schreibt Florian Fuss, Co-Präsident der Jungen GLP Zürich.

Die Jungpartei rechnet vor: Mit 35 von 100 Punkten auf Smartvote habe Grünenfelder gerade mal fünf Punkte mehr als die SVP der Stadtkreise 1 und 2. Aber auch innerhalb der FDP falle auf: Keine FDP-Sektion habe weniger Punkte beim ausgebauten Umweltschutz als Regierungsratskandidat Peter Grünenfelder.

Grünenfelder sage das, was gerade «in» sei

Die Junge GLP wirft dem Kandidaten vor, dass sein Wahlkampf besonders darauf ausgerichtet sei, verschiedene Schichten von Wählenden abzuholen. «Das ist in Ordnung, solange seine Aussagen auch seiner Politik entsprechen.» Diese sei bei Grünenfelder aber nicht der Fall, ist die Partei überzeugt. Die Aussage zur Nachhaltigkeit solle wohl grün eingestellte Wählende dazu motivieren, einen nicht grün eingestellten Regierungsrat zu wählen. Die Partei beurteilt dies als weiteres Beispiel dafür, dass Grünenfelder das sage, was gerade «in» zu sein scheine.

Peter Grünenfelder nimmt den Vergleich, der seine wahre Politik, entlarven soll, mit Humor. «Das ist Wahlkampf. Ich bin der Jungen GLP nicht böse», sagt er gegenüber ZüriToday. Ein präzises Bild von seiner politischen Ausrichtung erhielten Wählende, wenn sie seine Website besuchten. «Smartvote gibt lediglich gewisse Hinweise, bildet aber nicht die volle Realität ab.»

«Wir haben kein Auto»

Grünenfelder macht auf sein 10-Punkte-Programm für die Legislatur 2023 bis 2027 aufmerksam. Punkt acht fordert eine «wirksame Klima- und Energiepolitik, welche Versorgungssicherheit garantiert». So setzt er sich etwa für eine bezahlbare Klimapolitik ein, die den CO2-Ausstoss wirksam bekämpft. Auch möchte er den Umstieg auf klimaneutrale Energieträger mit Kostenwahrheit, Verursacherfinanzierung und Innovationen beschleunigen. «Das ist eins zu eins, was auch eine ökonomisch-liberale Klima- und Umweltpolitik ist», merkt Grünenfelder an.

Nachhaltigkeit spielt beim Regierungskandidaten, der mit FDP-Nationalrätin Christa Markwalder verheiratet ist, angeblich auch im Alltag eine grosse Rolle. «Ich kaufe nur einheimische Lebensmittel und gehe sparsam mit Energie um, solange mein Sohn nicht hüstelt», sagt Grünenfelder. Zudem hätten er und seine Frau kein eigenes Auto. «In dringenden Fällen leihen wir eines von der Schwiegermutter aus.» Fliegen würden sie im Moment gar nicht.

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Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 14. Januar 2023 06:22
aktualisiert: 14. Januar 2023 06:22