Betrugsmasche

Gepäckverkauf am Flughafen Zürich – Ostschweizerin fällt auf Fake-Post rein

· Online seit 26.01.2024, 18:58 Uhr
Eine Ostschweizerin liess sich kürzlich von einer der angeblichen Koffer-Versteigerungen des Flughafens Zürich verlocken. Im letzten Moment bemerkte sie den Betrug. Ansonsten hätte sie monatlich viel Geld verloren.
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Bis heute schämt sich A.K.*, wenn sie an ihre Aktion vom 12. Januar zurückdenkt. «Das ist mir noch nie passiert. Ich weiss nicht, was mich da geritten hat», sagt die 57-Jährige. An diesem Tag surfte sie gerade auf Facebook und liess sich dort von einem Fake-Inserat verlocken. Dieses behauptete, dass der Flughafen Zürich verlorene Gepäck verkaufe – zum Spottpreis von 1,95 Franken.

Der Link des Inserats führt auf eine gefälschte Website des Flughafens Zürichs namens «Zurich Airport». «Sie sind Teilnehmer der Zurich Airport Aktion geworden», begrüsst die Website die User.

Und weiter steht: «Wir entrümpeln dringend unser Flughafenlager und verkaufen Gepäckstücke, das seit mehr als 6 Monaten unbeaufsichtigt ist.» Anstatt das Gepäck zu entsorgen, organisierten sie eine Wohltätigkeitsveranstaltung.

«Sie wollte keine dreckige Wäsche»

Sie habe alles und habe auch nicht gehofft, ein Gepäck mit einem grossen Vermögen darin zu ergattern, sagt die Ostschweizerin. «Ich fand es einfach eine witzige Idee und war gwundrig, was ich darin wohl finden würde.» Auch habe sie die Idee gut gefunden. «Ich reise oft. Am Flughafen gibt es ja so viel herrenloses Gepäck.»

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Weniger begeistert vom Inserat war die Freundin, der K. das Angebot empfahl. «Sie sagte, sie wolle doch keine dreckige Wäsche», sagt sie lachend.

Profile kursieren seit Herbst

Kurz nachdem K. die Transaktion getätigt hatte, schrillten bei ihr aber die Alarmglocken. «Ich las, dass mir 3 Franken und nicht 1,95 Franken vom Konto abgezogen werden. Darauf sperrte ich meine Bankkarte sofort.» Danach wurde sie von einer Online-Plattform mit E-Mails bombardiert, die angeblich Programmierkurse anbietet. «Automatisch wären mir dafür pro Monat 41 Franken abgezogen worden, wie im E-Mail kleingedruckt stand.» Auch hier hatte K. nochmals Glück. Sie schickte der Adresse eine Kündigung. «Seither habe ich Ruhe.»

Vor Fake-Profilen mit derartigen Inseraten warnt der Flughafen Zürich bereits seit Oktober. Vor wenigen Tagen schrieb der Flughafen auf Facebook, dass diese Fake-Profile «leider noch immer – und immer wieder neue» kursierten.

Meta reagiere träge bis gar nicht

«Wir melden alle Fake-Profile regelmässig als Betrug, damit diese gesperrt werden, allerdings reagiert Meta sehr träge bis gar nicht auf unsere Meldungen», sagt Elena Stern, Mediensprecherin des Flughafens Zürich, zu ZüriToday. Der Flughafen habe Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Auch stünden sie im Austausch mit verschiedenen europäischen Flughäfen, die vom gleichen Problem berichteten. Zudem warne der Flughafen seine Nutzerinnen und Nutzer regelmässig vor der Betrugsmasche.

Stern stellt klar: «Am Flughafen Zürich finden keine Kofferversteigerungen oder -verkäufe statt. «Nutzer:innen können also davon ausgehen, dass solche Anzeigen immer falsch sind.»

*Name der Redaktion bekannt.

veröffentlicht: 26. Januar 2024 18:58
aktualisiert: 26. Januar 2024 18:58
Quelle: ZüriToday

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