Dreiste Betrugsmasche

Fake-Onlineshops geben sich als Zürcher Unternehmen aus

02.08.2023, 17:00 Uhr
· Online seit 02.08.2023, 16:40 Uhr
Mittlerweile schiessen neue Webshops wie Pilze aus dem Boden. Kundinnen und Kunden gaukeln sie vor, aus der Schweiz zu stammen. Bei den angebotenen Waren handelt es jedoch um Billigramsch aus China. Das Traditionsunternehmen Modekeller ist jüngstes Opfer.
Anzeige

Zahlreiche enttäuschte Käuferinnen und Käufer äusserten ihre Erfahrungen gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso». Sie dachten, ihre bestellte Ware stamme aus der Schweiz, denn die Shops haben Schweizer Domains oder entsprechende Namen.

Jüngstes Opfer ist nun auch das Zürcher Traditionsunternehmen Modekeller. Die Verantwortlichen eines Billigshops haben mit dem Namen «Keller Mode Zürich» eine Plattform geschaffen, die beabsichtigt leicht mit dem Original verwechselt werden kann.

Wer die Geschäftsbedingungen bis zum Schluss durchliest, wird feststellen, dass keller-mode.ch nicht etwa in der Schweiz sitzt, sondern aus China stammt.

Vermeintlicher Schweizer Shop kommt aus China

Prompt sind erste Kundinnen schon in die Falle getappt. So wollte sich eine Dame aus Schaffhausen orthopädische Sandalen bestellen und wurde auf Keller Mode Zürich fündig. Doch auch nach mehreren Tagen waren diese nicht bei ihr eingetroffen.

Sie nutzte dann das Tracking und musste feststellen, dass die Sandalen aus China verschickt worden waren. Sei recherchierte und stiess auf einen Bericht über das vermeintliche Zürcher Modehaus Paul Rosenbach. Doch die Masche von Modekeller fand sie noch fieser, denn «es gibt tatsächlich ein Zürcher Modeunternehmen mit dem Namen Keller», so die Kundin gegenüber «Espresso».

Echter Modekeller schreibt Warnung

Beim echten Modekeller in Zürich herrscht verständlicherweise dicke Luft. Denn Missbrauch des eigenen Namens für einen Onlineshop, kann rufschädigend enden. Das Unternehmen teilt dem Magazin Espresso mit, dass seine Kundinnen und Kunden vermehrt unzufrieden seien und deshalb habe man Anwälte eingeschaltet.

Derzeit werde das Vorgehen gegenüber dem Onlineshop keller-mode.ch geklärt. Mehr kann dazu momentan nicht gesagt werden. Auf der eigenen Internetseite hat Modekeller mittlerweile eine Warnung aufgeschaltet.

Reduzierte Ware wird nicht zurückgenommen

Ob hinter den Onlineshops mit den Nahmen Lavera Schweiz, Lavera Zürich, Caviera, Zarello und Paul Rosenbach die gleichen Leute stecken, ist nicht klar. Schaut man sich jedoch die Layouts der Shops an, wird ersichtlich, dass sie teilweise identisch bis sehr ähnlich sind. Auch im jeweiligen Angebot.

Die Masche der Shops ist ebenfalls auffallend ähnlich: Produkte werden mit einem scheinbar grosszügigen Rabatt angeboten. Teilweise soll man die Sachen auch zurückgeben können. Doch mehrere Kundinnen erzählen, dass das Rückgaberecht dann nicht gewährt werde, da es sich um reduzierte Ware handle.

Keine Antwort vom Keller-Mode-Zürich-Shop

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) fordert betroffene Kundinnen und Kunden auf, sich zu melden. Sollten viele Meldungen eingehen, würde dieses den Sachverhalt prüfen und weitere Schritte ergreifen. Auf Anfrage des Magazins «Espresso» reagierte Keller Mode Zürich nicht – auch das sei von den anderen Onlineshops bekannt.

Du willst keine News mehr verpassen? Hol dir jetzt die Today-App:

(nib)

veröffentlicht: 2. August 2023 16:40
aktualisiert: 2. August 2023 17:00
Quelle: ZüriToday

Anzeige
zueritoday@chmedia.ch