Chaos in Horgen

Entsorgungs-Verband macht Leute mit Fünfliber-Gebühr hässig

Angela Rosser, 12. Dezember 2022, 17:38 Uhr
Vor den Entsorgungsstellen am Zürichsee bilden sich oft lange Warteschlangen. Um den Ansturm etwas zu bremsen, führt der Verband per 1. Januar eine Gebühr ein. Das sorgt für Stunk. Für manche gäbe es den Betrag ja aber sogar zurück.
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Ab dem 1. Januar 2023 sollen die Nutzerinnen und Nutzer der Entsorgungsstellen in Adliswil, Horgen und Wädenswil fünf Franken für deren Benutzung bezahlen. Damit wolle man einen Anreiz schaffen, dass nicht alles einfach in die Entsorgungsstellen gekarrt wird, sondern was über die regulären Strassen-  und Quartiersammelstellen entsorgt werden kann, auch tatsächlich da landet.

Beeinträchtigung des Verkehrs

Die neue Regel sieht der Verband als notwendig an, weil die Parks regelmässig überlastet sind. Besonders an Samstagen sei der Andrang gross und die Warteschlangen besonders lang. Wie die «Zürichsee Zeitung» berichtet, beeinträchtigen die wartenden Autos in Horgen gar den Verkehr auf der Zugerstrasse.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Zweckverband Entsorgung Zimmerberg versucht, den Ansturm an Entsorgungswütigen einzudämmen. Bereits im Januar 2021 lancierte der Verband einen Infoflyer: «Besten Dank, dass Sie nicht für jeden Gugus den Entsorgungspark in Adliswil, Horgen oder Wädenswil aufsuchen», hiess es darin zum Beispiel.

Bürgerinnen und Bürger zeigen Unverständnis

Zwar sei das Feedback auf den Flyer positiv ausgefallen, viel geändert habe sich aber nicht, so der Zwecksverband.

Liest man sich durch die Kommentare, merkt man schnell: Die neue Gebühr scheint die Menschen mässig zu begeistern. «Kollektivstrafe war noch nie eine gute Lösung! Das wird sicher ihre Wirkung haben – wild entsorgen», schimpft da zum Beispiel einer. Ein anderer befürchtet, dass der Abfall einfach bei den Glassammelstellen deponiert wird. Allgemein wird die Gebühr als «kurzsichtige Massnahme» abgetan.

Fünfliber gibts am Ende zurück – für manche

Durch die Gebühr will man den Leuten das Entsorgen natürlich nicht vermiesen, meint Geschäftsführer der Entsorgung Zimmerberg, Romano Wild. «Im Gegenteil, wir möchten ein rasches Abladen sowie Unterstützung durch unsere Mitarbeitenden ermöglichen», so Wild gegenüber der Zeitung.

Was auch nicht ausser Acht gelassen werden darf, ist, dass man den Fünfliber ja wieder zurückbekommt. Wer nicht, wie im Flyer schon erwähnt, «jeden Gugus» in die Entsorgungsparks bringt, sondern beispielsweise Sperrgut, der erhält die Gebühr angerechnet. Für sperriges muss nämlich sowieso bezahlt werden.

(roa)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 13. Dezember 2022 06:48
aktualisiert: 13. Dezember 2022 06:48