Letzter Widmer-Ufsteller

11 Jahre Dominik Widmer bei Radio 24 – das sind die Highlights

Lea Hilff, 25. November 2022, 16:32 Uhr
Charme und Spontanität – damit weckte Dominik Widmer das Züribiet. Am Freitag, 25. November moderiert er zum letzten Mal die Morgenshow. Danach verlässt er Radio 24. Zusammen mit ZüriToday blickt er zurück auf seine Radio-Karriere.
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«Ich war nie Frühaufsteher.» Er lacht. «Eine Freundin hat mir mal gesagt: ‹Du darfst nicht Angst davor haben, müde zu sein.›» Und so wurde Dominik Widmer von der Eule zur Lerche, vom Zuger zum Zürcher und zum Morgenmoderator bei Radio 24. Im Juni 2012 übernahm er den Ufsteller. Von Montag bis Freitag gab es für Züri «Dominik zum Zmorge» – so hiess es damals auf den Werbeplakaten:

Mit diesem Plakat wurde 2012 Dominik Widmer Zürich vorgestellt.
© Radio 24

«Ich lag da wirklich mit dem Kopf in dieser Milch. Die Stylistin hat die Fruit Loops um mich platziert. Das ging ziemlich lange», erinnert sich Dominik. «Und plötzlich lief mir die Milch den Rücken hinab.»

Zehn Jahre ist es her. Am Freitag, dem 25. November, gibt es zum letzten Mal «Dominik zum Zmorge». Danach verlässt er das Radio 24. Zeit, zurückzublicken.

«Es passiert im Jetzt»

«Mein Cousin und ich haben uns gegenseitig immer ganze Radiosendungen auf Kassetten aufgenommen.» Damit beginnt die Radio-Karriere von Widmer – im Kinderzimmer. Später in der Teenie-Zeit moderiert er zusammen mit seinem Cousin eine kleine Radio-Sause im Paraplegiker Zentrum Nottwil. «Damals haben wir die Nachrichten am Morgen bei anderen Sendern gehört und transkribiert und diese dann am Nachmittag vorgelesen», erinnert sich Widmer und lacht.

Was reizt Dominik am Radio so sehr?

«Es passiert immer im Jetzt. Und dann ist es sofort wieder vorbei.» In Sachen gesprochenes Wort wird er wohl Recht haben – das gibt es im Radio eben nur live. Doch das Radio-24-Archiv beinhaltet so einige Video-Perlen mit Dominik Widmer. Seht selbst:

Der Tanz mit vollem Koffer

Dass «es bizzeli Schnorre» nicht ausreicht, um Moderator bei Radio 24 zu sein, zeigt dieser Clip:

Quelle: Radio 24

Das Video entstand für eine Promo-Aktion von Radio 24. «Es war sehr aufwändig», erinnert sich Dominik. «Die Tänzerinnen haben extra eine Choreografie einstudiert. Das versuchte ich auch”, erzählt er lachend. «Und den Jungen im Video haben wir noch mit seiner Mutter auf der Strasse getroffen. Und er hat spontan mitgemacht.»

Das Video gehört zu den persönliches Highlights von Dominik, weil – wie vielleicht nur wenige  wissen –  «ich wahnsinnig gerne tanze».

Domi Fantastic: Ein Traum geht in Erfüllung

«Für den nächsten Song haben wir einen Gast...» Mitten im Dabu Fantastic-Konzert fällt dieser Satz. Einige Minuten später steht Dominik Widmer nichtsahnend als Background-Sänger auf der kleinen Stage-24-Bühne und performt. Damit ging ein Traum in Erfüllung: «Ich wollte schon immer einmal Background-Sänger sein. Die sind immer so gutgelaunt – das sind wahre Ufsteller.»

Wie gut sich Dominik auf der Bühne schlägt, siehst du hier:

Quelle: Radio 24

Was sind Eure Erinnerungen an Dominik Widmer? Hinterlasse uns einen Kommentar oder schreibe uns via Whatsapp:

Aus Domi wurde Sturmi

September 2018: Dominik ist auf dem Weg zum obligatorischen Schiessen – mit dem Sturmgewehr auf dem Rücken fährt er per Velo in die Garage der KV-Schule. Schüler beobachten ihn und halten ihn für einen Amokläufer. Die Polizei rückt mit Spezialeinheit und Grossaufgebot aus. Währenddessen liegt Dominik nichtsahnend am Schiesstand.

Diese Geschichte vergisst der Ufsteller so schnell nicht wieder: «Es gibt immer noch Leute, die, wenn sie mich treffen, fragen: Bist du der mit dem Sturmgewehr?».

Den TeleZüri-Beitrag von diesem Septembertag gibts hier zum Nachschauen:

Quelle: TeleZüri

«I de Gasse vo Züri»: Eine Woche obdachlos

Kein Dach über dem Kopf, kein Bett, kein Handy und keine geregelten Mahlzeiten. Im Winter 2018 wagte Dominik das Selbstexperiment: Fünf Tage lange lebte er obdachlos. "Diese Woche hat enorm viel bewegt. Sie hat mich bewegt. Sie hat unsere Hörerinnen und Hörer bewegt. Und sie hat eine Seite von Zürich gezeigt, die man sonst so nicht kennt."

Ausgerüstet mit nicht mehr als einem Schlafsack begab sich Dominik in «d'Gasse vo Züri». «Die erste Nacht unter der Urania-Brücke, da habe ich etwa drei Stunden geschlafen – da ist mir eingefahren, dass das die Realität sein kann.»  Jeden Tag hat er die Hörerinnen und Hörer im Video-Tagebuch mitgenommen. Während der ganzen Woche sammelte das Radio 24 Spenden für die Sozialwerke Pfarrer Sieber. 60'000 Franken kamen bis zum Ende zusammen. «Das berührt und beeindruckt mich bis heute», so Dominik.

Das Video-Tagebuch von Dominik nach der ersten Nacht unter der Brücke siehst du hier:

Quelle: Radio 24

Und ein Zusammenschnitt der ganzen Woche:

Quelle: Radio 24

Der vermeintliche Starkoch

Seine Gesangs- und Tanztalente hat Domi aufgeführt. Aber wie schlägt sich der kreative Kopf am Herd?

Zusammen mit dem ehemaligen Radio-24-Moderator Maximilian Baumann setzte sich Dominik die Kochmütze auf und kochte Undercover für die beiden Moderations-Gspändli Céline Werdelis und Nina Roost. Um nicht zu viel zu verraten: Aus dem vermeintlichen Gaumenschmaus wurde wohl eher ein Gaumengraus. Seht selbst:

Quelle: Radio 24

Apropos: Maximilian Baumann kehrt im neuen Jahr zum Radio 24 zurück. Er ist der neue Mann, der früh aufstehen darf. Jeweils am Freitag wirds für Züri «Maximilan zum Zmorge» geben.

Und Dominik? Dominik wird zum Theaterschauspieler. Ab Januar steht er im Theater am Hechtplatz auf der Bühne.

«Das ist das Schönste»

10 Jahre lang war Dominik der Ufsteller von Zürich und DER Ufsteller für viele Hörerinnen und Hörer. «Erst kürzlich habe ich ein Feedback von einem Hörer erhalten. Er meinte: Es käme ihm vor, als wäre ich sein Bruder, der ihn jeden Morgen weckt. Das ist das schönste Kompliment, das man erhalten kann.»

Zum letzten Mal am Mikrofon steht Dominik am Freitag, 25. November von 5 bis 10 Uhr. Zum letzten Mal weckt er Zürich mit viel Charm und Spontanität. «Die Menschen einfach kurz aus ihrem Alltag zu reissen, das erachtete ich als mein Job. Bei den Zuhörern und Zuhörerinnen im Kleinen etwas zu bewirken – das ist das Schönste.»

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 25. November 2022 05:35
aktualisiert: 25. November 2022 16:32