Sexismus in Zürich

«Zurück an den Herd» – Mädchenteam wird auf dem Feld beleidigt

14. Juni 2022, 11:52 Uhr
An einem Fussballspiel zwischen einer Mädchen- und einer Bubenmannschaft soll es kürzlich zu sexistischen Beleidigungen gegen die Frauen gekommen sein. Der Fussballverband Regio Zürich will keine Spiele mehr zwischen den beiden Geschlechtern.
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Bei einem Junioren-Fussballspiel zwischen den Mädchen des FC Südost Zürich und einer Jungenmannschaft aus der Region kam es kürzlich zu unschönen Szenen: Die Juniorinnen im Alter von 13 bis 15 sollen immer wieder von Zuschauern der Gegenmannschaft beschimpft worden sein.

Es ist nicht das erste Mal 

Der Trainer der Mädchenmannschaft bestätigt den Vorfall und bedaure, dass sein Team Sexismus bereits so jung erleben musste, wie er gegenüber 20Minuten sagt. Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass der Club sowas erlebe.

Nach dem Spiel habe der Trainer mit den Mädchen besprochen, ob sie weiterhin gegen Jungen spielen wollen. Die Mehrheit der Spielerinnen habe sich dafür ausgesprochen. Der gegnerische Club wollte sich laut 20Minuten nicht zum Vorfall äussern.

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Der Sprecher des Fussballverbands Regio Zürich, Willy Scramoncini, empfiehlt grundsätzlich, dass Mädchenteams gegen andere Mädchen spielen. In der Region gebe es genügend gute Teams, dass so auch stärkere Mädchenmannschaften gefördert werden könnten. Es komme erfreulicherweise selten zu solchen Vorfällen und wenn, dann werde diese sehr ernst genommen und mit Mahnungen, Bussen oder Sperrungen gehandhabt.

Sexismus auf dem Fussballplatz nichts Neues

Vor ein paar Jahren kam es zwischen dem FC Schaffhausen und dem FC Winterthur zum Eklat. «Winti Fraue figgä und verhaue» gab es dort auf einem Banner zu lesen. Das sorgte für einen Skandal und schlug auf den sozialen Medien und sogar in der Politik Wellen.

SP-Kantonsrätin, Sarah Akanji, ebenfalls Spielerin des FCW, nahm damals Stellung zum Vorfall. «Sexismus hat weder im Stadion noch sonst irgendwo auf der Welt Platz!» Der FC Schaffhausen verurteilte die Aktion einiger Anhänger des Vereins aufs Schärfste. Man distanziere sich in aller Form von Diskriminierung, Gewalt und Sexismus.

(joe/sda)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 14. Juni 2022 10:48
aktualisiert: 14. Juni 2022 11:52