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ZHAW streicht wegen Millionenverlust Weihnachtsfeiern

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ZHAW streicht wegen Millionenverlust Weihnachtsfeiern

· Online seit 10.11.2023, 19:40 Uhr
Die School of Management and Law (SML) der ZHAW schreibt im dritten Quartal 2023 einen Verlust von über drei Millionen Franken. Dies zwingt die SML zu einer Kostenbremse. Unter anderem werden Weihnachtsessen gestrichen und Klassen sollen vergrössert werden.

Quelle: ZüriToday / Linus Bauer

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«Der Verlust ist beträchtlich und der grösste Verlust seit mehreren Jahren der SML», erklärt Prof. Dr. Reto Steiner in einer Videoansprache. Für den Verlust nennt der SML-Direktor drei Hauptgründe: eingebrochene Einnahmen im Bereich Weiterbildung, eine Lohnerhöhung, den die ZHAW aufgrund der Teuerung aussprach und deutlich gestiegene Kosten.

«Es wurde im Jahr 2023 Personal aufgebaut, das zur Erreichung des Bildungsauftrags nötig war», schreibt die ZHAW auf Anfrage von ZüriToday zum finanziellen Verlust an der SML. Weil das Parlament sich gegen die volle Deckung des Teuerungsausgleichs entschied, haben die einzelnen Departemente ausserdem einen Teil der Mehrkosten durch die Lohnerhöhung selbst tragen müssen.

Einstellungsstopp bis Ende Jahr verhängt

Um dem Minusgeschäft entgegenzuwirken, kündigt Steiner verschiedene Sparmassnahmen bis Ende Jahr an. Eine davon betrifft die Weihnachtsessen der SML. «Wir werden eine Weihnachtsfeier für alle Mitarbeitenden haben», erklärt Steiner. Dass einzelne Mitarbeitende an mehrere Feiern gehen können, werde es dieses Jahr nicht geben. Ausserdem stellt die SML bis Ende Jahr niemanden mehr ein, ausser es ist «absolut unumgänglich».

Um im Jahr 2024 die Einnahmen zu steigern, kündigt Steiner «deutlich teurere» Weiterbildungen an, sofern der Markt dies zulasse. «Wir werden ein sehr starkes Engagement auf die Studierenden-Rekrutierung legen», fährt der SML-Direktor fort.

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Klassen sollen grösser, Anzahl Pflichtmodule kleiner werden

Zur Senkung der Ausgaben im kommenden Jahr will Steiner beim Personalbestand ansetzen. Ihm sei es ein Anliegen, natürliche Fluktuationen zu nutzen, um die Kosten zu senken. Ausserdem sollen grössere Klassen und weniger Wahlpflichtmodule den Personalbedarf reduzieren.

Der Verlust von drei Millionen Franken sei im Vergleich des Budgets von 96 Millionen Franken «ein bisschen relativierbar», sagt Steiner. Dennoch müsse man diese Herausforderung angehen. Mit den Geldsorgen stehe die SML übrigens nicht alleine da, denn auch anderen ZHAW-Departemente und andere Hochschulen seien davon betroffen.

«Grundsätzlich ist die Finanzsituation an der ZHAW angespannt», erklärt die Hochschule gegenüber ZüriToday. Sie rechne für das laufende Jahr dennoch mit einem knapp ausgeglichenen Bilanzergebnis. «Die Finanzsituationen hat keinen Einfluss auf die Qualität von Ausbildung und Forschung», teilt die ZHAW weiter mit.

veröffentlicht: 10. November 2023 19:40
aktualisiert: 10. November 2023 19:40
Quelle: ZüriToday

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