Energiekrise

Winterthur verzichtet auf Beleuchtung und warme Büros

7. Oktober 2022, 09:56 Uhr
Der Winterthurer Stadtrat hat mehrere Energiesparmassnahmen beschlossen, die per sofort umgesetzt werden: Neu werden Wahrzeichen bis Ende April 2023 nicht mehr nachts angestrahlt, wie die Stadt am Freitag mitteilte.
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Bei diesen Wahrzeichen, die künftig während der Nacht im Dunkeln bleiben, handelt es sich um das Stadthaus, den Hauptbahnhof, die Hauptpost, das Museum Oskar Reinhart am Stadtgarten, das Kunstmuseum, die Storchenbrücke, das Denkmal Jonas Furrer, das Altstadtschulhaus und die katholische Kirche St. Peter und Paul.

Auch mit der Festbeleuchtung, mit der an speziellen Tagen etwa in der Adventszeit einige Kirchen beleuchtet werden, ist vorerst Schluss. Gemäss Angaben der Stadt können mit dem Verzicht auf die Beleuchtung rund 1600 kWh Strom pro Monat eingespart werden.

Noch mehr Sparpotential gibt es bei der Wasserversorgung: Ab sofort werden zahlreiche öffentliche Brunnen abgestellt, was rund 8500 kWh Strom pro Monat einspart. Auch diese Sofortmassnahme gilt bis Ende April.

Altersheime werden wie bisher geheizt

Einen Beitrag müssen auch die städtischen Angestellten und die Besucherinnen und Besucher von öffentlichen Gebäuden leisten: Die Verwaltungsgebäude werden im Winter nur noch auf maximal 20 Grad geheizt. Damit können 350'000 kWh gespart werden, vor allem Fern- und Quartierwärme und Gas.

Schulen und Altersheime sind von der 20-Grad-Massnahme nicht betroffen. Sie werden wie bisher geheizt.

Dünneres Eis auf der Eisbahn

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt wurden drei weitere Energiesparmassnahmen umgesetzt: So ist etwa das Eis der Eissportanlage Deutweg einen Zentimeter dünner und wird mit einem neuen System produziert, was bis zu 5000 kWh pro Monat spart.

Im Krematorium läuft bereits nur noch eine von zwei Ofenlinien. Dafür wurden die Betriebszeiten dieser Ofenlinie verlängert. Kremiert wird aktuell zwischen 5 Uhr und 22 Uhr statt zwischen 6 Uhr und 18 Uhr. Dies spart ein Drittel des Gasverbrauches.

Notfallmässig stellte die Stadt auch bei der Kehrichtverbrennung auf ein neues System um: Um die Verbrauchsspitzen bei der Fernwärme decken zu können, speist die Stadt neu kein Gas mehr ein, sondern Öl. Dies spart Gas, erhöht aber den CO2-Ausstoss.

(sda / joe)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 7. Oktober 2022 09:56
aktualisiert: 7. Oktober 2022 09:56