Theater

Theater Winterthur wird saniert – Stadt sucht Ersatzspielstätte

17. Juni 2022, 11:18 Uhr
Das Theater Winterthur aus dem Jahr 1979 muss umfassend saniert werden, was voraussichtlich 34 Millionen Franken kosten wird. Während der Bauzeit wird das Theater geschlossen. Die Saison 2024/25 fällt aus, die Stadt sucht aber nach einer Ersatzspielstätte.
Das Theater Winterthur ist seit seiner Eröffnung im Jahr 1979 durchgehend in Betrieb. Es wird nun für 34 Millionen Franken saniert. (Archivbild)
© KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/STR

Ursprünglich war geplant, die Sanierungsarbeiten über acht Jahre zu verteilen und die Etappen jeweils während der spielfreien Zeiten zu erledigen. Dies hat sich jedoch als nicht machbar herausgestellt, wie aus der Weisung des Stadtrates vom Freitag hervorgeht.

Für einzelne Sanierungspakete hätte das Theater jeweils für acht Monate in zwei aufeinanderfolgenden Saisons geschlossen werden müssen. Die Baustelle immer wieder neu einzurichten, hätte aber Mehrkosten im siebenstelligen Bereich verursacht.

15 Monate kein Betrieb

Die veraltete Gebäude- und Theatertechnik lasse zudem auch keine weiteren zeitlichen Aufschübe mehr zu, schreibt der Stadtrat. Das Theater entspricht schon länger nicht mehr den Auflagen, etwa was Brandschutz, Wärmedämmung, Sicherheit und Barrierefreiheit betrifft.

In Absprache mit dem Theater kam die Stadt deshalb zum Schluss, die Gesamtsanierung in einem Zug durchzuziehen. Während der Spielsaison 2024/25 bleibt die Bühne deshalb leer, der Betrieb wird für 15 Monate eingestellt.

Wie der Stadtrat schreibt, sind derzeit Abklärungen für eine Ersatzspielstätte im Gang. Liesse sich eine Ersatzspielstätte nicht realisieren, wäre der Theaterbetrieb eingestellt, was gemäss Stadtrat «hinsichtlich Personal- und Besuchererhalt erhebliche Konsequenzen hätte».

Über 30 Grad im Foyer

Die Kosten für diese Gesamtsanierung belaufen sich auf rund 34 Millionen Franken. Davon sind 30,6 Millionen gebundene Ausgaben für Arbeiten, die zwingend erledigt werden müssen und von den Zuschauerinnen und Zuschauern wohl kaum bemerkt werden.

Die restlichen Ausgaben von rund 3,7 Millionen Franken sollen jedoch für Verbesserungen für den Betrieb, die Besuchenden und die Künstlerinnen und Künstler aufgewendet werden.

So soll etwa das Foyer mit einem neuen Kühlaggregat und besserer Dämmung des Dachs um bis zu 4 Grad heruntergekühlt werden. Heute wird es dort im Sommer bis zu über 30 Grad warm.

Von diesen zusätzlichen Ausgaben können 1,2 Millionen aus dem Lotteriefonds entnommen werden, wo dieser Betrag bereits eingestellt ist. Die restlichen 2,5 Millionen Franken muss noch das Stadtparlament bewilligen.

Risiko eines Totalausfalls

Bereits im Jahr 2010 war klar, dass das Theater saniert werden muss und sogar das Risiko eines Totalausfalls besteht, weil es geschlossen werden müsste. Daraufhin wurden verschiedene Varianten geprüft, auch ein Abbruch und Neubau. Schliesslich wurde aber die Variante «Bestandeserhalt» weiterverfolgt.

Im Jahr 2012 wurde das architekturhistorisch wertvolle Gebäude mit dem Bleidach ins kantonale Inventar schützenswerter Bauten aufgenommen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. Juni 2022 11:23
aktualisiert: 17. Juni 2022 11:23
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