Jahresbericht

Von Illegaler Kebab-Produktionsstätte und blauen Pillen

14. Juni 2022, 17:19 Uhr
Am Dienstag veröffentlichte das kantonale Labor den Jahresbericht 2021. Im letzten Jahr hat es tausende Lebensmittel und Produkte untersucht. Bei den Kontrollen sind die Mitarbeitenden auch auf unerwartete Funde gestossen: Zum Beispiel eine Kebab-Produktionsstätte in einem Hinterhof.
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Aus Nachtclubs, Duschen in Hotelzimmern und 8'000 Lebensmittelbetrieben hat das kantonale Labor im letzten Jahr 20'000 Proben gesammelt und unter die Lupe genommen. In rund zehn Prozent der Fälle musste eine Beanstandung ausgesprochen werden.

Darunter befinden sich auch einige aussergewöhnliche Ereignisse:

Illegale Kebab-Produktionsstätte

Labor-Beamte kontrollierten im letzten Jahr einen bereits stillgelegten Betrieb. Dabei stiessen sie im dreckigen Hinterhof auf eine Döner-Produktion. Und was für eine: Sie produzierte im Monat 800 Kilogramm Dönerspiesse. Der Betrieb wurde umgehend und endgültig stillgelegt.

Die Liste der aussergewöhnlichen Funde geht weiter: Bei einem anderen Fall wurden Desinfektionsmittel angetroffen, die in Weinflaschen abgefüllt waren. Eine riskante Verwechslungsgefahr. Generell gilt, dass Chemikalien nicht in Lebensmittelverpackungen gelagert werden dürfen. Aus Sicherheitsgründen musste der Betrieb das Desinfektionsmittel in andere Gefässe umfüllen. Solche besonderen Fälle treten alle Jahre auf, wie Dr. Martin Brunner im Interview verrät.

Blaue Pillen 

Problematisch waren laut dem Jahresbericht auch ayurvedische Produkte. Zum einen weil bei diesen «Wundermitteln» die Zusammensetzung nicht eindeutig ist - oder noch schlimmer: In diesem Jahr gab es auch Fälle, bei denen verbotene Pflanzen nachgewiesen werden konnten. Zu den problematischen Produkten gehörten auch die blauen Pillen für den Mann. Viele von ihnen hielten nur selten ihr Wirkungsversprechen.

Vorsicht bei trübem Wasser!

Auch die Kontrolle von Trink- und Badewasser gehört zur täglichen Arbeit des kantonalen Labors. Die Proben im letzten Jahr zeigten, dass das Wasser im Kanton grundsätzlich sehr gut ist. Die Behörden appellieren aber an die Bevölkerung sich vor trüben Wasser in Acht zu nehmen. Hier besteht die Gefahr von Blaualgen vergiftet zu werden. Deshalb wird davon abgeraten hier zu baden. Dies gilt besonders auch für Hunde.

(lea)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 14. Juni 2022 18:48
aktualisiert: 14. Juni 2022 18:48