Unfall vorgetäuscht

Telefon-Betrüger schlagen erneut mit Unfall-Masche zu

Bettina Zanni, 25. Oktober 2022, 10:58 Uhr
Innerhalb von zwei Tagen fielen zwei Männer in der Region Zürich und Winterthur auf Schock-Anrufe von Betrügern herein. Dabei hoben die Opfer mehrere Tausend Franken ab.
Den Opfern täuschten die Betrüger am Telefon vor, dass ihre Kinder einen Verkehrsunfall verursacht hätten.
© ArgoviaToday
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Ein 71-jähriger Mann aus Winterthur kroch in Winterthur einem Telefonbetrüger auf den Leim. Dieser spielte gezielt mit den Ängsten und der Hilfsbereitschaft des Mannes. Am Donnerstag rief der Betrüger den Mann an und gab sich dabei als Verkehrspolizist aus.

Er teilte laut der Kantonspolizei Zürich mit, dass sich dessen Tochter in einem tödlichen Autounfall verschuldet hat und er mit der Zahlung eines hohen Geldbeitrags ihre Versetzung in Untersuchungshaft verhindern kann. Neben dem angeblichen Verkehrspolizisten hatte das Opfer auch Kontakt mit einem angeblichen Staatsanwalt.

Zufälliger Anruf liess Betrüger auffliegen

Da der Sachverhalt plausibel klang und der Mann unter Zeitdruck gesetzt wurde, entschloss sich der Angerufene, Bargeld in der Höhe von 50'000 Franken bei der Bank zu beschaffen. Erst nach dem Abheben realisierte der Mann, dass er einem Betrug zum Opfer gefallen war. Zufällig habe ihn der Anruf seiner Tochter erreicht, wie die Kantonspolizei schreibt. Diese habe ihm mitgeteilt, dass es ihr gut gehe und sie keinen Verkehrsunfall verursacht habe.

Beim Betrüger handelt es sich um einen 27-jährigen polnischen Staatsangehörigen. Der mutmassliche Geldabholer habe kurz darauf durch Fahnder der Kantonspolizei Zürich am Bahnhof Winterthur verhaftet werden können, schreibt die Polizei weiter. Dieser sei nach der polizeilichen Befragung der zuständigen Staatsanwaltschaft zugeführt worden.

Bargeld und Schmuck abgehoben

Erst am vergangenen Mittwoch fiel ein 68-jähriger Rentner in Thalwil auf die gleiche Masche herein. Ein Anrufer gaukelte dem Rentner ebenfalls vor, sein Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und es drohe ihm eine Haftstrafe.

In der Folge holte der Rentner Bargeld und deponierten Schmuck im Wert von mehreren 10'000 Franken bei der Bank und übergab beides dem Betrüger. Dies im Glauben, damit eine Gefängnisstrafe des Sohnes verhindern zu können.

Tipps bei Schock-Anrufen

Betrüger schrecken aber auch nicht davor zurück, Angerufenen vorzutäuschen, dass deren Tochter, Sohn oder Enkel einen schweren Unfall erlitten habe und eine sofortige Operation nötig sei. Als Bedingung für die Durchführung der Operation stellen sie einen bar bezahlten Geldbetrag.

Die Kantonspolizei Zürich warnt auf der Website telefonbetrug.ch vor den Schock-Anrufen. Die Angerufenen sollten sich am Telefon nicht zu kurzfristigen und unüberlegten Entscheidungen verleiten lassen, rät sie. «Ganz egal, wie glaubwürdig eine Situation dargestellt wird.» Die Polizei betont, dass die Behandlung eines Unfallopfers nie von einer vorherigen Zahlung eines Geldbetrags abhängig sei. Auch rät die Polizei, das Telefongespräch zu beenden, sei man nicht sicher, wer anrufe und fühle man sich unter Druck gesetzt. Zudem sollten die Angerufenen niemals Geld an unbekannte Personen überweisen.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 25. Oktober 2022 12:31
aktualisiert: 25. Oktober 2022 12:31