Wegen Erdgasmangel

Ammoniakpreise explodieren – steigen jetzt die Preise im Hagenholz?

7. Oktober 2022, 17:55 Uhr
Erdgas ist derzeit Mangelware und kostet viel. An unzähligen Ecken ist das zu spüren. So sind auch Kehrichtverwertungsanlagen auf Erdgas angewiesen, denn sie brauchen das, um Ammoniak zu produzieren.
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Ammoniak ist ein stark riechendes, farbloses, giftiges Gas. Es ist eine Stickstoff-Verbindung. Ammoniak reizt die Augen zu Tränen und wirkt erstickend. Nichts Angenehmes, also. Doch für die Kehrichtverwertungsanlagen ist Ammoniak wichtig. Es ist ein wichtiger Stoff im Reinigungsprozess. Denn mit Ammoniak lässt sich die Luft sauber halten, wenn Abfall verbrennt wird.

Ammoniak entfernt Stickoxid aus der Luft

Wenn Abfall verbrennt, entsteht schädliches Stickoxid und die Luft wird verschmutzt. Damit die Luft von diesem Schmutz befreit werden kann, braucht es Ammoniak. Dieses holt nämlich das schädliche Stickoxid aus der Luft.

Um Ammoniak zu produzieren, braucht es viel Erdgas. Durch den Krieg in der Ukraine ist das Gas aber knapp und teuer. Das bekommt auch die grösste Kehrichtverwertungsanlage (KVA) des Kantons Zürich, die KVA Hagenholz, zu spüren. Im Moment hat das KVA Hagenholz zwar noch genug Ammoniak, berichtet das Regionaljournal Zürich Schaffhausen. Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) habe demnach kein Problem, genug Ammoniak zu kaufen.

Ammoniak kostet viermal mehr

Das Hagenholz braucht pro Jahr 1000 Tonnen Ammoniak, um allen Abfall zu verbrennen. Die Preise des Ammoniaks lagen ungefähr bei 170 Franken pro Tonne in den Jahren 2018 bis 2020, heute seien es knapp 700 Franken pro Tonne, sagt ERZ-Sprecher Tobias Nussbaumer gegenüber dem Regionaljournal. Die Folgen des Ukraine-Krieges sind also dennoch spürbar, der Ammoniakpreis ist um das Vierfache gestiegen.

Das ERZ zahlt jetzt folglich eine halbe Million mehr pro Jahr fürs Ammoniak. «Der Einfluss der Mehrkosten ist nicht so gross, dass sich an der Gesamtrechnung etwas markant verändern würde», so Nussbaumer. «Auf den Einlieferpreis oder Kehrichtverwertungspreis wird das keinen Einfluss haben.» Der Aufpreis wird also nicht auf die Zürcherinnen und Zürcher abgewälzt. Noch ist die Ammoniak-Situation in Zürich in Ordnung.

(hap)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 7. Oktober 2022 19:16
aktualisiert: 7. Oktober 2022 19:16