Verkehr

Smarte Ampeln sollen den Tastendruck für Fussgänger überflüssig machen

30. August 2022, 09:53 Uhr
Zahlreiche Zürcher Kantonsräte sprechen sich für intelligente Ampelsysteme aus. Dadurch würde sich der Tastendruck auf das Lichtsignal erübrigen.

Das Überqueren eines Zebrastreifens soll für Fussgängerinnen und Fussgänger in Zürich künftig weniger mühsam werden. In einem Postulat setzt sich der Stadtzürcher SP-Kantonsrat Felix Hoesch für smarte Ampeln ein. Diese würden die Zahl und Länge der Grünphasen für den Fuss- und Veloverkehr optimieren. Der Tastendruck auf das Lichtsignal würde sich damit erübrigen.

Hoesch lädt den Regierungsrat deshalb ein, bei Lichtsignalanlagen die Grünphasen für den Fuss- und Veloverkehr bedarfsgerechter zu steuern. Laut dem Postulat kann beim Fussverkehr die Grünphase bei fehlendem Bedarf abgekürzt oder ausgelassen werden.

Fussgänger würden nicht erfasst

Bei grösseren Gruppen, zum Beispiel Schulkindern oder bei Menschen mit Mobilitätsbehinderung, wird die Grünphase entsprechend den Bedürfnissen verlängert. Zudem sollen in einem Pilotprojekt auch neue Technologien getestet werden, die den Fuss- und Veloverkehr automatisch erfassen.

Derzeit reagieren im Kanton Zürich laut dem «Tages-Anzeiger» die 335 Lichtsignalanlagen auf den Bedarf des motorisierten Verkehrs. Immerhin werde seit einiger Zeit dabei der öffentliche Verkehr bevorzugt behandelt, sagt Hoesch. Velos hingegen würden nur bei einigen, Fussgänger gar nicht erfasst.

«Alle profitieren»

Neben den Grünen und der GLP unterstützte auch FDP-Kantonsrat Marc Bourgeois (Zürich) das Anliegen. Er bezeichnete den Vorstoss laut der Zeitung als interessant. «Denn bei wirklich intelligenten Anlagen profitieren alle.» Zumal etwa die Grünphasen für den Langsamverkehr sich ja auch verkürzten, wenn niemand mit dem Velo oder zu Fuss die Strasse überqueren wolle.

Einwände hatte hingegen der Egger Kantonspolizist Ulrich Pfister (SVP). Seiner Meinnung nach werde das Vorhaben nie klappen, da es sich um ein hochkomplexes System handle, bei dem verschiedene Verkehrsknoten aufeinander abgestimmt seien. Gegen den Willen von Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) überwies der Rat das Postulat mit 97 zu 52 Stimmen.

(bza)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 30. August 2022 09:54
aktualisiert: 30. August 2022 09:54
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