1. August

Regierungsrätin Steiner: «Wahlkampf wie bei den Eringerkühen»

1. August 2022, 12:51 Uhr
In ihrer Rede zum 1. August hat die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner eine Ode auf das heimliche Nationaltier der Schweiz gehalten: die Kuh. Kühe hätten auch viel mit Politikern und Politikerinnen gemeinsam, etwa im Wahlkampf.
Der Regierungsrats-Wahlkampf erinnert sie an den Kampf der Eringerkühe im Wallis: Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte). (Archivbild)
© KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Ein Wahlkampf wie jetzt für den Regierungsrat wirke auf sie manchmal wie die Ausmarchung der Eringerkühe im Wallis, sagte Steiner an ihren Bundesfeier-Reden in Dietikon und Stammheim. Als Mitte-Politikerin werde sie da natürlich gerne mal von links und rechts auf die Hörner genommen.

Ein grosser Vorteil der Kuh sei es, dass sie im Gegensatz zu Politikern vier Mägen habe. «Für Politiker wäre das natürlich auch nützlich. Wir müssen ja so viele Sachen verdauen.» Und Wiederkäuen müsse man die selben Probleme auch immer wieder.

«Sie macht sich nicht wichtig»

Die Kuh sei für sie ein unterschätztes Nationalsymbol, sagte Steiner weiter. Sie vereine viele Werte, welche die Schweiz ausmachen würden. Sie mache sich nicht wichtig, dränge sich nicht in den Vordergrund. Sie schmücke sich nicht mit schönen Federn wie der französische Hahn und protze auch nicht wie der deutsche, österreichische oder nordamerikanische Adler, so Steiner.

Aber die Kuh könne sich wehren, was jede Wanderin und jeder Wanderer wohl bestätigen könne, der schon ein Feld mit Mutterkühen überquert habe. Auch da würden die Eidgenossinnen und Eidgenossen den Kühen in nichts nachstehen.

«Den gleichen Stallgeruch»

Wie die Schweizerinnen und Schweizer seien auch Kühe soziale Wesen. Sie seien es sich gewohnt, aufeinander Rücksicht zu nehmen und im Stall auf wenig Raum miteinander zu leben.

Die Schweizerinnen und Schweizer wiederum hätten erfolgreich verschiedene Kulturen und Sprachen zu ihrer eigenen Identität gemacht. «Wir haben sozusagen den gleichen Stallgeruch entwickelt.»

Diese soziale Tradition zeige sich aktuell wieder bei den Geflüchteten aus der Ukraine. Die Zürcher Schulen hätten vielen geflüchteten Kindern und Jugendlichen schon eine neue Perspektive bieten können. «Das macht mich als Bildungsdirektorin stolz».

(sda/osc)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 1. August 2022 12:51
aktualisiert: 1. August 2022 12:51
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