Neue Studie

Zürich erwirtschaftet die Hälfte der Wertschöpfung im Schweizer Finanzsektor

14. Januar 2023, 21:02 Uhr
Der Finanzstandort Zürich hat im Jahr 2021 rund 29,9 Milliarden Franken erwirtschaftet – das ist knapp die Hälfte der Wertschöpfung schweizweit. Auch Sustainable Finance rückt ins Zentrum. Dies ergab eine neue Studie.
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Zürich, Schwyz und Zug – aus Unternehmen dieser Kantone setzt sich der Finanzstandort Zürich zusammen. Die Branche besteht aus Banken, Versicherungen und sonstigen Finanzdienstleistungen, wie zum Beispiel Ausgleichkassen. Eine Studie im Auftrag der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich hat deren Performance im Jahr 2021 untersucht.

Die wichtigsten Resultate im Überblick:

  • Der Finanzplatz Zürich ist die unangefochtene Nummer eins in der Schweiz.
  • 90 Prozent der Wertschöpfung erwirtschaftet der Kanton Zürich.
  • Die Stadt Zürich ist das Zentrum des Finanzplatzes Zürich.
  • Knapp die Hälfte der Bruttowertschöpfung stammt von den Banken.
  • Die Beschäftigung hat zugenommen.
  • Nachhaltigkeit rückt in den Fokus der Zürcher Finanzunternehmen.

Zürich ist grösster Finanzstandort der Schweiz

Die Unternehmen des Finanzstandorts Zürich erwirtschafteten im Jahr 2021 rund 29,9 Milliarden Franken. Dies entspricht 45 Prozent der Bruttowertschöpfung des Schweizer Finanzplatzes. Rund vier von zehn Beschäftigten arbeiten in Unternehmen des Zürcher Finanzplatzes (97'000). Damit ist er die unangefochtene Nummer eins in der Schweiz. Der Kanton Zürich trägt dabei mit 90 Prozent zum grössten Teil der Wertschöpfung bei. Knapp die Hälfte der Wertschöpfung stammt von den Banken, wobei sich diese im Vergleich zu 2011 um sieben Prozent verringerte.

Produktivste Branche in der Region Zürich

Die Unternehmen aus dem Finanzsektor generierten 2021 knapp einen Fünftel der Gesamtwirtschaftsleistung der Region Zürich. Jeder zehnte Arbeitnehmende ist im Zürcher Finanzsektor angestellt. In den Jahren 2020 und 2021 kam es in allen drei Teilbranchen zu einem Stellenaufbau. Gründe dafür sind die Digitalisierung und die daraus resultierenden neuen Arbeitsplätze im IT-Sektor. Die Branche weist ausserdem die höchste Arbeitsplatzproduktivität in der Region auf.

Finanzsektor ist wichtig für Stadt Zürich

Die hohe Dichte an Banken und Versicherungen macht die Stadt Zürich zum Kerngebiet des Zürcher Finanzplatzes. Für die Stadt ist dies von grosser Bedeutung: 27 Prozent der Wirtschaftsleistung der Stadt gingen 2021 auf das Konto des Finanzsektors.

«Sustainable Finance»: ein Thema?

Der Bundesrat formulierte 2020 das Ziel, dass der Schweizer Finanzplatz bei den nachhaltigen Dienstleistungen eine global führende Rolle einnehmen soll. Mehr als die Hälfte des nachhaltigen Anlagevermögens der Schweiz stammt von Unternehmen des Zürcher Finanzstandortes. Dieser Umstand rückt Zürich ins Zentrum einer nachhaltig ausgerichteten Wirtschaft.

Finanzunternehmen locken mit Nachhaltigkeit Kundinnen und Kunden an

Eine zusätzliche Umfrage in Zusammenarbeit mit Swiss Sustainable Finance untersuchte, wie verbreitet innovative nachhaltige Finanzprodukte- und Dienstleistungen bei den Finanzunternehmen sind. Daraus geht hervor, dass die Finanzunternehmen bereits innovative nachhaltige Ansätze anbieten. Bei 30 Prozent der Unternehmen können Kundinnen und Kunden in Anlagen investieren, für die Nachhaltigkeitsziele formuliert wurden. 27 Prozent der Banken hatten sich schon einmal an der Finanzierung von nachhaltigen oder sozialen Projekten beteiligt.

Jedes zweite Unternehmen sieht eine Chance in «Sustainable Finance», um das Ansehen zu stärken und Kundinnen und Kunden zu binden und zu gewinnen.

Wie ist die Prognose für den Finanzplatz Zürich?

Für 2023 rechnen die Forschenden mit einem leichten Rückgang der Wertschöpfung in der Gesamtwirtschaft in der Region Zürich. 2023 bis 2028 dürfe der Finanzplatz stärker wachsen als die gesamte Wirtschaft. In den nächsten Jahren prognostizieren die Studienleitenden einen weiteren Stellenaufbau im Finanzsektor.

(Gioia Niessner)

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Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 14. Januar 2023 20:52
aktualisiert: 14. Januar 2023 21:02