Digitalisierung

Kanton übernimmt die Informatik an den Gymis und Berufsschulen

28. Juni 2022, 16:15 Uhr
Bisher waren die 39 Gymnasien und Berufsfachschulen im Kanton Zürich selber für ihre Informatik zuständig. Dies will der Kanton nun ändern: Er rüstet alle Schulen einheitlich aus und übernimmt Wartung und Support. So sollen Lehrkräfte mehr Zeit für den Unterricht haben.
Der Kanton Zürich will in den Jahren 2023 bis 2025 je rund 10 Millionen Franken in die Digitalisierung der Mittel- und Berufsfachschulen stecken. (Symbolbild)
© KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER
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«Historisch gewachsen und nicht mehr zeitgemäss», so bezeichnete Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) die IT-Infrastruktur an den 39 Gymnasien und Berufsfachschulen. Bisher habe das jede Schule für sich selbst geregelt, weshalb sie je nach Standort und Schultyp auf völlig unterschiedlichem Stand seien.

Aktuell sind meist Lehrkräfte für das Thema «Informatik» zuständig, obwohl diese bekanntlich Besseres zu tun hätten. «Die Lehrerinnen und Lehrer sollen sich aufs Unterrichten konzentrieren», so Steiner am Dienstag vor den Medien.

Hilfe im Alltag für alle 39 Schulen

Der Kanton werde die Informatik der Sekundarstufe II deshalb übernehmen, vereinheitlichen und damit professionalisieren. Alle 39 Schulen sollen identisch ausgerüstet werden, etwa was Computer, Beamer, interaktive Wandtafel, Cloud und Datenschutz betrifft.

Dazu kommen die Wartung der Geräte und die Hilfe im Alltag. Funktioniert der Beamer nicht, soll künftig das «Digital Service Center» des kantonalen Amts für Informatik helfen.

39 zusätzliche Stellen beim Kanton

Für die neue Rundum-Betreuung inklusive einheitlicher Ausstattung braucht es gemäss Angaben des Regierungsrates 39 zusätzliche Stellen beim Amt für Informatik. In den Jahren 2023 bis 2025 will der Kanton je 10 Millionen Franken für dieses Digitalisierungsprojekt ausgeben.

Drei Viertel dieser Kosten können aber aufgefangen werden, weil die Schulen dafür keine Leistungen von Dritten mehr einkaufen müssen. Längerfristig soll mit diesem Projekt dann Geld gespart werden, nur schon wegen besserer Konditionen bei der Gerätebeschaffung.

Bereits im Herbst sollen erste Schulen in Winterthur und Bülach mit der neuen, einheitlichen Infrastruktur des Kantons starten. Bei den Volksschulen und den Hochschulen wurde in den vergangenen Jahren viel Geld in die Digitalisierung investiert. Anders auf der Sekundarstufe II, wo gemäss Regierungsratsbeschluss «grosser Nachholbedarf» besteht.

Insgesamt besuchen aktuell 60'000 Schülerinnen und Schüler eine Berufsfachschule oder ein Gymnasium im Kanton Zürich.

(sda/osc)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 28. Juni 2022 16:00
aktualisiert: 28. Juni 2022 16:15