Etabliert

Diese erfolgreichen Firmen begannen als Start-ups in Zürich

Maarit Hapuoja, 7. Juni 2022, 10:23 Uhr
Mit Motivation und Schaffenskraft haben sich schon einige Köpfe in Zürich zusammengetan und ihre Idee in ein erfolgreiches Unternehmen gewandelt. Wusstest du, dass diese Firmen einmal als kleine Start-ups in Zürich begannen?

Viu

Den Brillenmarkt aufzumischen, ist keine einfache Sache. In Europa wird er vom Unternehmen Luxotta dominiert. Dem italienischen Grosskonzern gehören unter anderem Ray-Ban, Oakley, Chanel und Prada. Doch zwei ehemalige HSG-Studenten nahmen genau dieses Ziel 2013 in Angriff.

Kilian Wagner und Peter Kaeser bauten mit VIU ein innovatives Geschäft auf: Nach Hause bestellen, anprobieren und dann entscheiden oder in der Boutique anprobieren. Zusätzlich gibts eine Massanfertigung für jeden Träger. Viu ist in wenigen Jahren zu einem der erfolgreichsten Schweizer Start-ups gewachsen – begonnen hat alles in Zürich.

Das VIU Führungsteam mit Kilian Wagner, Fabrice Aeberhard, Peter Kaeser sowie Johannes Heinrich.

© Keystone/Christian Beutler

Coople

Arbeiten dann, wenns grad passt? Eine Idee, die mittlerweile bei einigen Arbeitgebern möglich ist. Insbesondere bei Service und Catering oder Promotionsjobs ist dies gang und gäbe. Doch Coople war hierbei ein Vorreiter und ist auch heute noch eine der grössten Plattformen für flexible Arbeit.

Das 2009 gegründete Unternehmen – damals Stafffinder – stammt aus den Visionen von Viktor Calabrò aus Schlieren. Seine Idee: Den Arbeitsmarkt revolutionieren und umgestalten. Mit zwei Partnern gründete Calabrò das Portal Stafffinder, wo man seine Ausbildungen und Fähigkeiten verzeichnen und sich für Schichten und Jobs diverser Anbieter einzeln oder auch für Wochen eintragen kann. 2017 erhält Stafffinder einen neuen Namen und expandiert nach London.

Neon

Einfaches Banking im Alltag und gebührenlose Standarddienstleistungen: Das erste unabhängige Bankkonto der Schweiz heisst Neon. Mit 40 Jahren Bankerfahrung auf dem Buckel gründeten vier Freunde 2017 die Bankinplattform Neon.

Neon-Kundinnen können weltweit Geld abheben und überall Dienstleistungen und Produkte bezahlen – in Läden und im Internet. Auf der App kann man stets alles einsehen. Kommt dir das bekannt vor? Dann kennst du vielleicht Revolut, das ist die Neobank aus London. Neon ist aber spezifisch auf Schweiz-Bedürfnisse angepasst.

Freitag

Es geht noch etwas weiter zurück in der Zeit, denn wir sind im Jahr 1993. In seinem 300-Franken-WG-Zimmer bastelt Markus Freitag an einer LKW-Plane und Fahrradschläuchen. Etwas später rattert die Nähmaschine in der Küche und das Ergebnis am Ende: Eine Umhängetasche.

Mit seinem Bruder Daniel führt er diese Idee fort und erreicht Jahre später Kultstatus. Mittlerweile gibt es Rucksäcke, Portemonnaies, Handyhüllen und vieles mehr von Freitag. Aus dem kleinen WG-Projekt bei der Hardbrücke ist ein international breit unterstütztes Unternehmen geworden.

Ein klassisches Exemplar: Die Freitag-Umhängetasche.

© Keystone/Martin Rütschi

Climeworks

Was wäre eine Geschichte über Zürcher Start-ups ohne ETH. Denn die Zürcher Hochschule ist nach wie vor ein Sprungbrett für viele Firmengründer. So auch für die zwei deutschen Maschinenbau-Studenten Christoph Gebald und Jan Wurzbacher.

Die beiden Ingenieure befassten sich in und nach dem Studium mit Technologien zur chemischen und physikalischen CO2-Entfernung aus der Luft. Als Spin-off der ETH gründeten Gebald und Wurzbacher 2009 die Climeworks AG mit dem Ziel, einen Teil der globalen Kohlenstoffemissionen aus der Luft zu filtern. Mittlerweile ist das Unternehmen weltweit tätig bei dieser Technologie des «Carbon Dioxide Air Capture».

Mr. Green

Stappeln sich wieder einmal leere Bierflaschen und Pizza-Kartons auf dem WG-Balkon? Dann ist das ein Fall für den grünen Superhelden von Mr. Green. So ungefähr stellt das Zürcher Start-up seine Mission vor. 2010 gegründet, übernimmt das Unternehmen die Entsorgung und das Recycling von Dingen, die nicht in den Abfall gehören – für jeden Zürcher Haushalt, der das möchte.

Drei Jahre nach der Gründung haben sich bereits 1000 Haushalte für die Dienste des grünen Superhelden angemeldet. Das Start-up zeigt auf, wie Zürich tickt: Grün, aber wenig Zeit für Entsorgung. Mr. Green ist Teil der Lösung und tut der Umwelt etwas Gutes.

Wormup

Nase zu, Deckel auf und trotzdem ists immer wieder eklig. Den Kompostbehälter zu füllen, und dann auch im Grüneimer zu leeren ist einfach etwas Unangenehmes. Das Ganze gibts aber in einer Alternative ohne Gestank.

Vor fünf Jahren haben zwei Zürcher ein Startup mit Wurmkomposter gegründet. In den Keramikbehältern wandeln Kompostwürmer deinen Bioabfall in feinkrümeligen Wurmhumus um. Den Komposter kannst du in der Wohnung, im Keller oder draussen platzieren. Weil in der Tonne ein sauerstoffbasiertes Paradies ensteht, ist das Ganze geruchlos. Fehlt der Sauerstoff nicht, stinkt es nicht.

Der Wurmkomposter als wäre er schon immer Teil der Einrichtung gewesen.

© wormup.ch

Movu

Sicher, schnell und ohne Stress umziehen? Dafür sorgt Movu. Eine der grössten Umzugsplattformen der Schweiz wurde im Jahr 2014 gegründet. Und zwar in Zürich.

Drei ehemalige Arbeitskollegen von DeinDeal erkannten das Potential für eine innovative Lösung im Umzugsmarkt. Auf der Plattform kann man die Eckdaten des geplanten Umzugs angeben und erhält danach kostenlos fünf Offerten von regionalen Firmen. 

Beekeeper

Beekeeper hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeitsweise von zwei Milliarden Mitarbeitern an vorderster Front mit einer mobilen Kommunikationsplattform zu verändern. Jede Schicht und jeder Standort soll durch Einzel- und Gruppennachrichten in Echtzeit erreicht werden.

Mittlerweile gilt das Tech-Unternehmen aus Zürich als eines von hundert der vielversprechendsten Unternehmen Europas. Als Spin-off der ETH entstanden, erleichtert Beekeeper die Kommunikation in der Arbeitswelt. Auch die Beekeeper-App überzeugt, die für Arbeitnehmende ohne festen PC-Arbeitsplatz entwickelt wurde.

Doodle

Doodle, den Dienst für Terminumfragen, kennt beinahe jeder Zürcher und jede Zürcherin. Doch die wenigsten wissen, dass der Online-Dienst direkt aus der Nachbarschaft stammt. Genauer ist die Idee an der ETH entstanden. Der Informatiker und ETH-Absolvent Michael Näf entwickelte Doodle im Jahr 2003, um ein Essen mit mehreren Freunden zu organisieren.

Dank Doodle fand er nicht nur einen Termin für das Abendessen, sondern auch gleich eine Idee, die einschlug. Viele Investoren stiegen ein und Doodle erhielt nationale Bekanntheit. Anfang 2014 wurde Doodle dann komplett von Tamedia übernommen. Mittlerweile arbeiten über 100 Mitarbeiter bei der Doodle AG. Mühe mit der Terminfindung für Geschäftsessen wird die Firma wohl nie haben.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 7. Juni 2022 10:29
aktualisiert: 7. Juni 2022 10:29
Anzeige