Angst um Existenz

Burger King greift Dietiker Imbiss «Burek King» an

Loris Gregorio, Angela Rosser, 15. Dezember 2022, 16:17 Uhr
Der Fast-Food-Riese Burger King greift einen kleinen Schweizer Imbiss an. Von Burek King gibts derzeit zwei Filialen – eine in Dietikon und eine in Luzern. Nun hat Burek King Post von Burger-King-Anwälten bekommen.

Quelle: CH Media Video Unit / Melissa Schumacher

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Im Anwaltsschreiben heisst es, der kleine Dietiker Burek King habe die Marke des US-Fast-Food-Giganten übernommen und gehe wettbewerbswidrig vor. Der Burek-Imbiss soll das «BK» in der Krone des Logos entfernen, berichtet der «Blick». Das erste Schreiben flatterte bei den Kleinunternehmern vor rund einem Jahr in die Küche.

Die Logoänderung würde die Besitzer des Restaurants jedoch teuer zu stehen kommen. Von Shirts und Jacken, bis zu Stühlen auf der Terasse hat Burek King alles mit dem Logo bedruckt.

Grosses Unverständnis

Die Betreiber sind von der Nachricht des Burger-Giganten schockiert. «Wir hatten deswegen schon viele schlaflose Nächte», sagt Bekim Limani, einer der Inhaber, zu ZüriToday.

Die Gefühle bei den Betreibern reichen von Angst bis Unsicherheit. Der Fast-Food-Riese habe natürlich ganz andere Mittel, wenn es zu einem Rechtsstreit kommen würde. «Als so kleine Firma können wir uns das nicht leisten», so der Burek-Liebhaber. Auch habe Burek mit Burgern nichts am Hut. Burek ist eine Spezialität aus dem Balkan, bestehend aus Blätterteig und einer Füllung aus wahlweise Käse oder Fleisch.

«Wollen nicht mit Burger King konkurrieren»

Über welche Grössenordnung es bei den Kosten gehe, wisse er zwar noch nicht. Sollten die Burek-King-Gründer den juristischen Streit aber verlieren, kämen noch weitere Kosten als die der Anwälte auf sie zu. «Falls wir verlieren, müssen wir das Logo überall wegnehmen. Wir haben Werbematerial drucken lassen und bezahlt. Autos sind beschriftet, Leuchtreklamen, Arbeitskleidung, alles. Das müssten wir wieder ändern lassen», erklärt der 35-Jährige besorgt.

Verstehen kann Limani die Forderung des anderen «Kings» sowieso nicht. «Wir bieten Burek an, sie haben Burger. Burger haben wir nicht auf der Karte. Das passt auch gar nicht in unser Konzept», erklärt Limani. Wie es jetzt weitergeht, weiss er noch nicht genau, aber die Umstände machen Angst, sagt er: «Wir leben von diesem Geschäft, wir haben Angestellte. Natürlich besteht da eine Unsicherheit».

Er und sein Geschäftspartner haben sich mittlerweile juristische Unterstützung geholt und hoffen auf eine Lösung, die für alle stimmt.

Dritte Filiale geplant

Burek King eröffnete die erste Filiale im Jahr 2020 in Luzern, seit einigen Monaten gibt es auch ein Restaurant in Dietikon im Zürcher Limmattal. Eine neue Filiale soll Ende Dezember eröffnet werden. Aktuell arbeiten 12 Mitarbeitende im Restaurant.

(log)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 15. Dezember 2022 16:25
aktualisiert: 15. Dezember 2022 16:25