«Ist hier jemand gestorben?»

Blumenmeer für Tina Turner sorgt in Küsnacht für Verwirrung

29.05.2023, 11:54 Uhr
· Online seit 29.05.2023, 11:44 Uhr
Zahlreiche Fans pilgerten an Pfingsten zur Villa der kürzlich verstorbenen Queen of Rock Tina Turner. Zeitweise lief der Verkehr weniger flüssig. Die Trauerstätte direkt an der Küsnachter Seestrasse verdutzte manche Menschen.
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Das Tor zur Villa Algonquin an der Seestrasse in Küsnacht ist seit bald einer Woche eine Trauerstätte. Am 24. Mai starb Tina Turner in ihrem dortigen Anwesen. Noch am selben Abend der Todesnachricht versammelten sich Fans vor der Villa des weltberühmten Stars.

Auch über das Pfingstwochenende pilgerten zahlreiche Fans nach Küsnacht, um der mit 83 Jahren verstorbenen Queen of Rock zu gedenken. Am Sonntagnachmittag versammelten sich Dutzende vor dem Eingangstor, einige sprachen Spanisch und Italienisch. Viele Besucherinnen und Besucher legten Blumen, Briefe und Zeichnungen nieder. Andere kamen vorbei, um Selfies zu machen. Einige Fans liessen andere, die nicht vor Ort sein konnten, per Video-Anruf live teilnehmen.

Alle Handys gehen hoch

Ein ähnliches Bild bot sich auf der Seestrasse. Manche Autofahrerinnen und -fahrer hielten kurz an, um mit dem Handy ein Foto zu schiessen. Ein Reisecar verlangsamte vor dem Anwesen – wie auf Knopfdruck gingen hinter den Fenstern unzählige Handys hoch.

Der Verkehr auf der dicht befahrenen Seestrasse lief am Sonntag zweitweise weniger flüssig. Immer wieder mussten Aufofahrerinnen und -fahrer anhalten, weil Fans die Strasse zur Villa überquerten. Einige wechselten die Strassenseite aber auch, um ein Foto aus der Ferne zu schiessen: Die beste Sicht auf die Gedenkstätte bot die Treppe eines Hauses auf der anderen Strassenseite direkt gegenüber des Anwesens.

Verwirrter Töfffahrer

Elizabeth aus Zürich genoss die direkte Sicht auf die Trauerstätte besonders. Sie drehte von dort aus ein Live-Video für Tiktok. «Ich habe die Villa seit Mittwoch gesucht. Zuerst landete ich in Feldbach», erzählt sie in gebrochenem Deutsch. Am Sonntag haben sie einen erneuten Versuch unternommen. «Nette Leute im Zug halfen mir, sodass ich den Ort endlich fand», erzählt sie fröhlich.

Ganz falsch lag die Besucherin nicht, als sie in Feldbach nach Tina Turners Anwesen suchte. In Stäfa, das in der Nähe von Feldbach liegt, befindet sich das Landgut Steinfels. Erwin Bach, Turners Mann, kaufte 2021 das luxuriöse Landgut. Sie hätten ein neues Wochenendrefugium in unmittelbarer Nähe gefunden, sagte Bach. Auch dort legten Fans Blumen nieder.

Die beiden Gedenkstätten sorgten aber nicht nur bei Fans für Verwirrung. Manche Lenkerinnen und Lenker auf der Seestrasse guckten beim Anblick der Menschenansammlungen und des Blumenmeers verdutzt aus dem Fenster. Ein Töfffahrer auf der Seestrasse hielt sichtlich aufgewühlt an und rief: «Ist hier jemand gestorben?». Solche Reaktionen mögen sinnbildlich dafür stehen, wie ungestört Prominente an der Zürcher Goldküste leben können.

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veröffentlicht: 29. Mai 2023 11:44
aktualisiert: 29. Mai 2023 11:54
Quelle: ZüriToday

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