Bong, Tüte, Vape

Für Zürcher Pilotversuch werden 5000 Kifferinnen und Kiffer gesucht

Lothar Josef Lechner Bazzanella, 12. Dezember 2022, 21:04 Uhr
Der Verein Cannabis Research untersucht die Auswirkungen von legalem Cannabiskonsum. Mit an Bord: Die Uni Zürich und die ZHAW. Für die Studie braucht es noch tausende freiwillige Raucherinnen und Raucher. Die Wartelisten sind mittlerweile eröffnet.
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Du bist über 18 Jahre alt, wohnst im Kanton Zürich, kannst via Handy an Onlinebefragungen teilnehmen und – der wohl wichtigste Punkt – du konsumiert bereits jetzt Cannabis? Falls ja, dürftest du bereits alle Bedingungen erfüllen, um an einer Studie über den legalen Konsum von Cannabis teilzunehmen. So sucht der Verein Cannabis Research unter anderem im Kanton Zürich fleissig nach freiwilligen Kiffern für ein künftiges, mehrjähriges Pilotprojekt.

Auswirkungen auf den Schwarzmarkt

Dessen Ziel: Herauszufinden, welche Auswirkungen die legale Abgabe von Cannabis auf den Konsum im Allgemeinen hat. Welche sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen resultieren daraus? Wie reagiert der Schwarzmarkt?

«Für den Kanton Zürich allein suchen wir 5000 Studienteilnehmende», erklärt Paul-Lukas Good, Wirtschaftsanwalt, Präsident des Vereins Cannabis Research und Studienleiter. «Mit der Studie wollen wir nicht nur untersuchen, welche Veränderungen der legale Konsum im Leben eines Einzelnen verursacht. Auch wie die Allgemeinheit, der Schwarzmarkt und das soziale Umfeld reagieren, interessiert uns», erklärt Good.

Unterstützt werde man dabei von einem Gesundheitsschutzkonzept, welches von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW und dem Zentrum für Suchtmedizin Arud mitgestalten worden ist. Die Anfrage für die Lancierung der Studie sei derzeit beim BAG hängig: «Wir sind jedoch optimistisch und hoffen, schon Ende Januar über die nächsten Schritte informieren zu dürfen», so Good.

Eigene Verkaufslokale

Für den Versuch hat der Verein gar eigene Verkaufslokale gestartet. Diese stehen laut Website unter dem Motto «Verkauf, Beratung & Information». Man wolle ein «Verkaufserlebnis bieten, bei dem die Kunden über die Cannabispflanze, die Produkt-Eigenschaften und die Konsum-Risiken aufgeklärt werden». Man ziele auf informierte, mündige Kunden ab, welche sich sicher sein können, «hochwertige Schweizer Qualitätsprodukte» einzukaufen.

Mehr noch: Das verkaufte Cannabis biete «Bio-Qualität, die mit jedem Indoor-Gras mithalten kann. Ohne Pestizide und sonstige schädlichen Zusatzstoffen.» Man hole das Maximum aus tollen Genetiken, damit die Studienteilnehmenden unbeschwert geniessen könnten.

Projekte auch in Bern und St.Gallen

Während drei bis vier Jahren sollen die Studien laufen und dabei die Auswirkungen des legalen Konsums untersuchen. Dieser darf jedoch weiterhin nur in privaten Räumen stattfinden. Auch für die Studienteilnehmenden gilt nämlich nach wie vor: Konsum im öffentlichen Raum ist verboten.

PS: Alle Fans der berauschenden Pflanze, die nicht im Kanton Zürich leben, müssen nicht verzagen. Auch in Bern und St.Gallen sucht man nach Kifferinnen und Kiffern.
Was hältst du von solchen Studien? Schreib es uns in die Kommentare.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 12. Dezember 2022 14:36
aktualisiert: 12. Dezember 2022 21:04