Heimspiel-Konflikt

FCW-Frauen müssen auf Sportplatz Flüeli ausweichen – Fans reagieren empört

· Online seit 02.04.2024, 19:44 Uhr
Knatsch beim FC Winterthur. Da die Fanionteams der Frauen und der Männer am selben Tag zur selben Zeit ein Heimspiel ausgetragen haben, hat die sportliche Leitung das Frauenteam auf den Sportplatz Flüeli abgeschoben, anstatt ein Doppelspiel durchzuführen. Das sorgt für Kritik.
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Beim Herrenteam des FC Winterthur läuft es so gut wie schon lange nicht mehr. Mit dem 1:0-Sieg über Servette Genf am letzten Osterwochenende festigten sie ihren Platz in der Top 6. Was gleichbedeutend ist mit der Qualifikation für die Championship Group. Im Cup stehen die Eulachstädter im Halbfinal und haben somit immer noch gute Chance auf eine erstmalige internationale Qualifikation.

Anders sieht die Gemütslage bei der 1. Mannschaft der Winterthurer Frauen aus. Das hat nicht per se etwas damit zu tun, dass man am Samstag mit 1:4 zuhause gegen Etoile Carouge verloren hat, sondern mit den Umständen rund um das Spiel.

Worum geht es?

Die beiden ersten Mannschaften hatten am Samstagabend gleichzeitig ein Match. Problematisch, da beide ihr Spiel im Heimstadion, der Schützenwiese, austragen wollten. Die Lösung für die Clubverantwortlichen war, die Herren auf der Schützenwiese spielen zu lassen. Die Frauen mussten auf den Sportplatz Flüeli, der circa einen Kilometer neben dem Stadion liegt, ausweichen. Das sorgt für ordentlich Kritik. Die Fans in der Bierkurve, also des Männerteams, hielten bei ihrem Spiel ein Plakat mit der Aufschrift «GL + VR: S Fraue-Team machts huere guet – wieso ihr nid?» hoch.

Fans sind empört

Die Fankurve der Frauen, die Prosecco-Kurve, postet noch am selben Tag eine Stellungnahme, in der sie ihre Fassungslosigkeit schildern.  «Der FCW lässt sein Frauenteam im Abseits stehen. Das macht uns fassungslos.» Weiter schreiben sie, «Die FCW-Frauen werden mittlerweile nicht mehr nur nicht unterstützt, Nein, ihnen werden aktiv Steine in den Weg gelegt. Uns scheint, als würden die Anliegen unseres NLB-Teams weder in der Geschäftsleitung noch im Verwaltungsrat des FC Winterthur behandelt.»

Es ginge auch anders

Die Prosecco-Kurve hatte eine Lösung bereit: ein Doppelspiel. Das heisst, man hätte das Frauenspiel direkt im Anschluss ans Männerspiel auf der Schützenwiese austragen können. Das habe die Leitung Sport des FC Winterthur jedoch nicht bewilligt, so der Vorwurf der Fankurve.

So ein Doppelspiel kann zu einem riesigen Event werden, wie die Vergangenheit zeigt. Der BSC Young Boys hat im letzten Oktober ein Doppelspiel von Männern und Frauen im selben Stadion durchgeführt. Dies vor einer Rekord-Kulisse für ein Frauenspiel. Das Gleiche versuchte der FC Zürich im letzten Februar, als man zwei Derbys gegen den Grasshopper Club im Letzigrund spielen liess. Den gewünschten Rekord an Zuschauenden für ein Frauenspiel konnte da aber nicht geknackt werden.

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Der FC Winterthur stand am Dienstag nicht für eine Stellungnahme bereit.

veröffentlicht: 2. April 2024 19:44
aktualisiert: 2. April 2024 19:44
Quelle: ZüriToday

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