Trotz Rekordhitze

«Die Stadt Zürich wird in absehbarer Zukunft keine Wasserknappheit erleben»

Olivia Eberhardt, 20. Juni 2022, 06:58 Uhr
Es ist heiss und trocken in der Schweiz, auch in Zürich. Das zeigt sich unter anderem in den Gewässerspiegeln. Bei der Stadt macht man sich über eine mögliche Wasserknappheit aber keine Gedanken.

Es ist heiss dieses Jahr. Nach einem zu warmen Frühling zeigte sich der Juni zuletzt am vergangenen Wochenende mit Rekordtemperaturen. Bei Temperaturen über 30 Grad ist es aber nicht nur heiss, es kann auch ganz schön trocken werden. Wird da das Wasser langsam aber sicher knapp?

Zürich darf weiterhin lang duschen

Bei der Stadt Zürich gibt man Entwarnung. Dank des Zürichsees sind mehr als genügend Wasserreserven vorhanden, erklärt Hans Gonella, Sachbearbeiter Kommunikation bei der Stadt Zürich auf Anfrage: «Wir könnten theoretisch doppelt so viel Wasser aus dem Zürichsee aufbereiten, wie wir es aktuell tun. Aus wassertechnischer Sicht kann die Stadt also ruhig noch wachsen.» Aktuell bezieht die Stadt Zürich ihr Wasser zu 70 Prozent aus dem Zürichsee, der Rest stammt zu je 15 Prozent aus Grundwasser und den Quellen. «Theoretisch wäre es aber auch möglich, 100 Prozent des Wassers für die Stadt Zürich aus dem See aufzubereiten», meint Gonella und versichert: «Die Stadt Zürich wird in absehbarer Zukunft keine Wasserknappheit erleben.»

Grundwasserbestände im grünen Bereich

Auch ausserhalb der Stadtgrenzen ist genug Wasser vorhanden. «Die Grundwasserstände sowie die Wasserstände der Gewässer im Kanton Zürich liegen derzeit im grünen Bereich», bestätigt Isabelle Rüegg, Mediensprecherin der Baudirektion des Kantons Zürich. Allerdings: «Die Grundwasserstände verhalten sich viel träger als die Wasserstände. Wenn es lange nicht regnet, zeichnet sich dies im Grundwasser also immer erst nachgelagert», erklärt Rüegg.

Pegel leicht unterdurchschnittlich

Wie es um die Pegel der Zürcher Gewässer steht, weiss Michael Eichmann von Meteonews. «Die Pegel sind für diese Jahreszeit tatsächlich unterdurchschnittlich tief, allerdings nicht auf Rekordtiefe.» Im Falle des Zürichsees bedeutet dies konkret, dass der aktuelle Pegel mit 405.98 Metern rund 10 Zentimeter unter der für diese Jahreszeit normalen Höhe liegt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich für die Limmat, auch diese führt aktuell weniger Wasser als im langjährigen Mittel (1983 bis 2019) zu erwarten wäre.

Regen in Sicht

Besserung ist laut Eichmann aber schon in Sicht. So dürften diese Woche doch immer mal wieder Gewitter und Mitte Woche auch flächige Niederschläge etwas Wasser bringen. Besonders starke Gewitter können die Pegel von Flüssen kurzzeitig deutlich ansteigen lassen. Damit die Seepegel nachhaltig steigen, ist man auch flächigen Niederschlag angewiesen.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 20. Juni 2022 06:59
aktualisiert: 20. Juni 2022 06:59
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