Schulbeginn

Der «Chindsgi-Streife»: Nur Leuchten war gestern

20.08.2022, 10:25 Uhr
· Online seit 15.08.2022, 17:15 Uhr
Es ist bei vielen die erste Erinnerung an die Schulzeit: der «Chindsgi-Streife». Am Montag werden wieder Kindergartenkinder zum ersten Schultag mit dem leuchtenden Must-have posieren. Der Bändel hat sich mit den Jahren verändert. Doch was steckt dahinter? Wir haben beim TCS nachgefragt.
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Bei manchen war er orange, bei manchen gelb – doch die hervorgerufenen Bilder im Kopf sind dieselben. Der Leuchtbändel weckt bei fast jedem und jeder die Erinnerung an den Schulweg.

So auch bei Marc Baertsch, Verantwortlicher für Verkehrserziehung beim TCS Schweiz. «Als ich vor fast 40 Jahren zur Schule ging, hatte ich auch bereits einen Leuchtbändel», sagt er gegenüber FM1Today. Die ersten «Chindsgi-Bändeli» wurden nämlich 1975 – vor 47 Jahren – verteilt. Damals habe er doch noch ein wenig anders ausgesehen als heute.

Gelb oder orange? Egal!

Denn der leuchtende Bändel, teilweise liebevoll als «Lüchzgi» bezeichnet, hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Seit gut zwei Jahren gibt es das neue Modell «Triki». Es ist in orange und gelb erhältlich – doch warum? Die Antwort ist simpel: «Einige Kantone mögen den orangen lieber, andere den gelben», erklärt Baertsch. Im Kanton Zürich dürfen die Kinder selber wählen, welche Farbe sie wollen. Bei den Westen für die Primarschüler gibt's nur eine Farbe: gelb. So kann man sie gut von den Kindergärtnern unterscheiden.

Design angepasst

Doch nicht nur die Farbe hat sich mit der Zeit verändert, sondern auch das generelle Design. Nur leuchten ist passé. Auf dem neuen Modell ist beispielsweise eine reflektierende Strasse zu sehen, daneben Velos, Autos und Landschaften. Auch dahinter steckt laut Baertsch eine Idee. Denn eigentlich wird empfohlen, dass die Kinder den «Lüchzgi» zwei Jahre lang tragen - ein Trage-Obligatorium gibt es nicht.

«Wir haben gemerkt, dass die Kinder den alten Leuchtbändel nicht sehr lange getragen haben», so Baertsch. Bei einer schweizweiten Umfrage unter Lehrpersonen und Eltern kam dann die Anregung für die Designänderung. «Um die Akzeptanz zu steigern, haben wir das Design kindlicher gemacht», sagt Baertsch. Ob die Akzeptanz dadurch tatsächlich gesteigert wird, werde im Herbst oder Frühling nochmals überprüft. Vielleicht kommt also bald wieder ein neues Design.

Bändel werden verteilt, Westen bezahlt

Der «Chindsgi-Streifen» hat mittlerweile nicht nur Kultcharakter, sondern ist fast schon ein Designerstück. Jährlich werden laut Marc Baertsch etwa 100'000 Bändel und 80'000 Westen verteilt. Allein im Kanton Zürich wurden für das neue Schuljahr 45'000 Lüchzgis und Westen an Schulen verteilt. Dafür ist der TCS und nicht etwa die Schulen verantwortlich. Allerdings gibt es Unterschiede. «Für die Bändel erhält der TCS Geld vom Fonds für Verkehrssicherheit und ist für die Abwicklung der Logistik verantwortlich.

Die Westen sind ein Geschenk des TCS an die Schülerinnen und Schüler», erklärt der Sicherheitsexperte. Diese werden vom Touring Club aus dem eigenen Sack bezahlt. Egal, ob sich das Design oder die Farbe nochmals ändert, eines ist sicher: Den Leuchtbändel wird es auch in Zukunft geben – und bei vielen weiter die Erinnerung an den Schulweg wecken.

veröffentlicht: 15. August 2022 17:15
aktualisiert: 20. August 2022 10:25
Quelle: FM1Today

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