«50 Shades of Grey»

Das Mittelland sitzt im Nebelmeer – und das ist der Grund

Lea Hilff, 12. Oktober 2022, 17:59 Uhr
Momentan ist es grau, grau und nochmals grau. Es scheint, als würde die Region im Nebelmeer versinken. Ein Meteorologe erklärt das Wetterphänomen.
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«Nebel ist ein Klassiker für den Herbst», so Klaus Marquardt von Meteonews. Ja, zurzeit sitzt ein Grossteil der Schweiz im Grau. Verlässt man am Morgen das Haus, scheint die Welt in einem Schwarzweissfilm festzustecken. Aber wieso ist der Nebel ein Herbstphänomen?

Die Temperaturen stehen Kopf

«Die Inversionswetterlage ist der Schlüssel», erklärt Marquardt. Und was heisst das genau? «Inversion heisst so viel wie Temperaturumkehr.» Im Sommer nimmt die Temperatur in der Höhe ab. Wird es aber bei zunehmender Höhe wärmer, so spricht man von einer Inversionswetterlage. Das passiert in den Winter- und auch in den Herbstmonaten.

Während diesen Monaten hat die Sonne weniger Kraft, geht früher unter und somit verschwindet auch die Wärmequelle. Die Erdoberfläche kühlt schnell ab und somit auch die Luft in Bodennähe. So entstehen im Herbst und Winter vor allem in Tälern sogenannte Kaltluftseen. Bei geringer Temperatur – unter anderem in diesen Kaltluftseen – kondensiert der Wasserdampf in der Luft und so entsteht der Nebel.

Die fiese Bise

Im Herbst klebt der Nebel nicht nur in Bodennähe – oftmals ist auch die Rede vom Hochnebel. Schuld daran ist die Bise. Sie bläst ins Mittelland wie in einen Trichter und drückt die Luftschichten nach oben – auch den Kaltluftsee und den Nebel. «Je mehr Bise, desto höher die Nebelobergrenze», führt Marquart aus.

Apropos Wind: Da die Luftschichten mit den unterschiedlichen Temperaturen ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Nebel sind - ist der Wind sein grösster Feind. «Wenn es dynamisch und stürmisch ist, wird aller umgerührt», fasst es Marquart zusammen. In den kommenden Tagen nimmt der Wind aber zu und so dürfte der Nebel abnehmen.

Grau, grauer, November 

Da im Herbst die Sonne nicht mehr so kräftig scheint, ist es länger und öfter grau. Die Sonne hat nicht die nötige Energie die Luft (früh) zu erhitzen und den Nebel verschwinden zu lassen. Aber nicht nur Wind und Sonne beeinflussen den Nebel, so zum Beispiel auch der Boden. Gefriert der Boden im Winter, ist er trocken – und das ist für den Nebel eher ungünstig. Am besten sind die Bedingungen im Oktober und November: Die Tage sind kurz, die Sonne schwach und der Boden noch feucht. Allerdings ist der November im Schnitt der nebligste Monat.

(lea)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 13. Oktober 2022 08:17
aktualisiert: 13. Oktober 2022 08:17