Zürcher Wetteraussichten

Darf der Samichlaus morgen durch den Schnee stapfen?

Loric Lehmann, 5. Dezember 2022, 12:35 Uhr
Wo bleibt der Schnee? MeteoNews weiss, ob man dem Sami Niggi Näggi morgen vor weisser Pracht ein Gedicht aufsagen darf – oder ob doch nur windiger Regen ins Gesicht peitscht. Die Wetter-Aussichten.
Winterlich schön: Der Wald auf dem Uetliberg war am Sonntag überzogen mit Raureif.
© Leserreporter ZüriToday
Anzeige

Pünktlich zum ersten Winterwochenende verzaubern auch die ersten Schneeflocken in höheren Lagen die Region Zürich. Fürs Flachland lässt das weisse Puder allerdings noch auf sich warten. Was aber schon für etwas weisse Landschaften sorgte, war der Frost.

Leserreporter Oliver schickte uns Bilder seines Spaziergangs auf den Uetliberg. Er wollte am Sonntagnachmittag noch etwas unternehmen und entschied sich spontan auf den Üetliberg zu laufen.

Oliver erzählt weiter: «Im Wald oberhalb des Friesenberg angekommen, habe ich die Entscheidung schon bereut. Die Jacke war offensichtlich nicht den winterlichen Temperaturen angepasst, die Schuhe versanken im Schlamm und der Weg unter den tropfnassen Bäumen lud nicht unbedingt zum entspannten Wandern ein.»

«Laune besserte sich sofort»

Oben angekommen boten sich dem spontanen Wanderfreund sagenhafte Szenen: «Nach dem beschwerlichen Aufstieg änderte sich meine Laune aber sofort. Wind, Kälte und dichter Nebel hatten den ganzen Grat in ein Frost-Kunstwerk verwandelt. Zentimeterdick lag Eis auf Ästen, Blättern und dem Boden. Eine märchenhafte Szenerie, die schlagartig Weihnachtsstimmung aufkommen liess.»

Und das gefiel nicht nur Oliver, sondern auch den vielen Besucherinnen und Besuchern, die wie jedes Wochenende auf den Uetliberg pilgerten: «Den dampfenden Glühwein in den zitternden Händen waren sich alle einig: Das hat sich definitiv gelohnt», so Oliver.

Bei dem Eis handelt es sich um Raureif, der sich aus unterkühlten Wassertropfen von leichtem Nebel oder direkt aus dem in der Luft enthaltenen Wasserdampf bildet. Dafür ist eine sehr hohe relative Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent und eine Lufttemperatur von unter −8 Grad nötig.

Die entstehende Wärme wird dabei durch Konvektion an die umgebende Luft abgegeben, daher erhöht Wind die Bildung von Raureif. Der Wind darf aber auch nicht zu stark sein, da er sonst die empfindlichen Strukturen zerstören würde.

Genau diese Bedingungen herrschten offenbar auf dem Zürcher Hausberg, sodass Oliver in den Genuss der ersten winterlichen Landschaften kam.

Auch das Hörnli zeigt sich im frühwinterlichen Kleid

Auch auf dem Hörnli puderte eine Mischung aus Raureif und ersten Flocken die Hänge der Hügelkette im Osten des Kantons Zürich. Dies verrät die Webcam bei der Hörnlihütte.

Hier das Hörnli im gezuckerten Raureif-Kleid.
© Screenshot Webcam Berghütte Hörnli

Am Montag zeigt sich das Wetter weiterhin durchzogen: Am Nachmittag ist es meist bewölkt und ab 700 Metern regnet oder schneit es leicht. Später wird es trocken bei ersten Aufhellungen und circa 5 Grad. Dabei zieht es leicht bei schwachem Südwestwind.

Die Aussichten für die Woche

Am Dienstag dominiert wiederum Nebel mit einer Obergrenze bis 1000 Metern, dieser lockert sich kaum auf. Darüber und ausserhalb zeigt sich aber die Sonne viel. Die Temperaturen liegen um 2 bis 3 Grad. Am Mittwoch hat es viele hochnebelartige Wolken bei 3 Grad.

Am Donnerstag herrscht wieder Hochnebel bis auf rund 1000 Meter, tagsüber lockert sich das Wetter aber zunehmend auf. Erneut 3 Grad. Am Freitag bewölkt, mit etwas Regen, Schnee ab rund 600 bis 1500 Metern bei 2 Grad.

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 5. Dezember 2022 13:17
aktualisiert: 5. Dezember 2022 13:17