Zürich

Bundesgericht bestätigt 14,5 Jahre Haft für mehrfachen Vergewaltiger

Taten in Zürich

Bundesgericht bestätigt 14,5 Jahre Haft für mehrfachen Vergewaltiger

· Online seit 17.01.2024, 15:27 Uhr
Ein bald 28-jähriger Mann muss 14,5 Jahre ins Gefängnis. Er vergewaltigte in Zürich zwei Prostituierte, beraubte eine weitere Sexarbeiterin und schändete eine Bekannte. Nach der Strafverbüssung wird der Portugiese für 13 Jahre des Landes verwiesen, wie das Bundesgericht urteilte.
Anzeige

Der Verurteilte beging die Taten mit 22 Jahren – in alkoholisiertem Zustand, und nachdem er Kokain konsumiert hatte. Wie das Zürcher Obergericht geht das Bundesgericht in dem am Mittwoch veröffentlichten Urteil davon aus, dass nicht von einer verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen werden müsse. Eine tiefere Strafe komme deshalb nicht in Frage.

Bundesgericht wies Massnahme für junge Erwachsene ab

Der junge Mann beantragte zudem, eine Massnahme für junge Erwachsene und nicht eine ambulante Therapie im Rahmen des Strafvollzugs. Auch dieses Begehren hat das Bundesgericht abgewiesen. Der Grund dafür ist, dass der Portugiese im Februar 2026 30 Jahre alt wird und die Massnahme damit enden müsste.

Der vollzogene Freiheitsentzug würde im Februar 2026 laut dem höchsten Schweizer Gericht immer noch zwei Jahre unter der Zweidrittelsgrenze der verhängten Freiheitsstrafe von 14,5 Jahren liegen. Damit würde das sogenannte Untermassverbot verletzt. Dies komme einer Begünstigung des Täters gleich, was nur zulässig sei, wenn die Massnahme für junge Erwachsene tatsächlich erfolgversprechend sei.

Dissoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert

Vorliegend sei diese Voraussetzung nicht erfüllt. In einem Gutachten diagnostizierte ein Sachverständiger eine dissoziale Persönlichkeitsstörung, wie aus dem Urteil hervorgeht. Er empfahl zwar eine Massnahme für junge Erwachsene, erachtete eine vollzugsbegleitende deliktpräventive ambulante Behandlung aber ebenfalls als möglich.

Die derzeitige Therapeutin hielt zudem fest, dass sie die therapeutische Erreichbarkeit des Mannes als fraglich bewerte. Der Zugang sei durch seinen hohen Psychopathiewert in Kombination mit seinem Narzissmus erschwert.

veröffentlicht: 17. Januar 2024 15:27
aktualisiert: 17. Januar 2024 15:27
Quelle: ZüriToday

Anzeige
Anzeige
zueritoday@chmedia.ch