Zürcher Unterland

800 Millionen Franken Tiefenlager-Entschädigung – Private dürften leer ausgehen

30.09.2022, 07:01 Uhr
· Online seit 30.09.2022, 06:35 Uhr
Wenn es durch den Bau des Tiefenlagers Nördlich Lägern zu Enteignungen und Schäden kommt, sollen diese durch Abgeltungen ausgeglichen werden. 800 Millionen Franken wurden dafür in Aussicht gestellt. Jetzt stellt sich die Frage, ob damit auch Private entschädigt werden, deren Immobilien an Wert verlieren.

Quelle: ZüriToday / «Stadel wird nicht mehr das Gleiche sein» / Beitrag vom 14. September 2022

Anzeige

Gibt es für Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer eine Entschädigung, wenn ihre Liegenschaften durch das geplante Atom-Tiefenlager Nördlich Lägern an Wert verlieren? Diese Frage gibt aktuell im Zürcher Unterland zu reden. An einer Informationsveranstaltung in Glattfelden hiess es seitens der Behörden, dass Hausbesitzer im Fall eines Wertverlusts der Immobilien keine Entschädigung und auch kein Geld aus der Abgeltung erhalten, wie der «Zürcher Unterländer» schreibt. Der Verlust wird also aller Voraussicht nach nicht kompensiert.

«Entschädigungen gibt es nur dann, wenn ein direkter Zusammenhang zwischen dem Schaden und dem Verursacher besteht», wird Regierungsrat Martin Neukom zitiert. Bei einer Abwertung der Immobilie sei dieser Zusammenhang schwer zu beweisen. Generell sollen die Abgeltungen – die Rede ist von 800 Millionen Franken – direkt an die Gemeinden gehen und primär der Region zugutekommen. Zahlungen direkt an Privatpersonen seien nicht vorgesehen.

Kanton und Bund gehen davon aus, dass es keine Wertminderungen im Zusammenhang mit dem Projekt geben wird. Immobilienexperten rechnen hingegen mit einem Wertverlust von bis zu 10 Prozent für Liegenschaften in der Region rund um das Tiefenlager. Betroffen wären etwa die Ortschaften Bülach, Glattfelden, Kloten und Regensdorf.

(osc)

veröffentlicht: 30. September 2022 06:35
aktualisiert: 30. September 2022 07:01
Quelle: ZüriToday

Anzeige
Anzeige
zueritoday@chmedia.ch