13'000 Fr. weniger im Schnitt

38 Unispital-Ärzte bekommen bald weniger Lohn

21. Juli 2022, 10:37 Uhr
Weil es die Politik forderte, hat das Universitätsspital sein Lohnsystem angepasst. Ab nächstem Jahr gibt es für die Kaderärztinnen und -ärzte einen festen Lohnrahmen. Das erfreut nicht alle, weil einige bald weniger verdienen als aktuell.

13'000 Franken wird der Lohn von einigen Unispital-Ärzten durchschnittlich gekürzt. Davon betroffen seien 38 Angestellte, die sich aktuell nicht im neuen Lohnrahmen befinden, der ab 1. Januar 2023 in Kraft tritt. Ende Juni haben 564 Kaderärztinnen und -ärzte den Brief erhalten, in dem steht, wie viel sie künftig verdienen. Das schreibt der «Tages-Anzeiger».

Lohneinbusse im sechsstelligen Bereich

Wie Unispital-Personalchef Rolf Curshellas dem «Tagi» sagt, sei eine Person über der neuen Lohnobergrenze von einer Million Franken pro Jahr. Diese müsse wahrscheinlich die grösste Einbusse machen. Der «Tages-Anzeiger» vermutet eine Summe im sechsstelligen Bereich.

Weil es die Politik forderte, muss das Unispital ihr Lohnsystem ändern. Bisher konnten Kaderärztinnen ihren Grundlohn mit der Behandlung von Zusatzversicherten aufbessern. Dies führte unter anderem dazu, dass die Ärzte eine Operation bei Patientinnen durchführten, obwohl diese gar nicht nötig war, beispielsweise weil die Überlebenschancen minimal waren.

Bisher keine Kündigungen wegen neuem Lohnsystems

Nun ist bei leitenden Ärzten immer noch ein Teil des Lohns an bestimmte Ziele gekoppelt, unter anderem an die individuelle Leistung der Ärzte oder des wirtschaftlichen Erfolges des Spitals. Dieser variable Teil habe bei Ärztinnen und Ärzten zu Missmut geführt. Besonders deswegen, weil ein Teil des Lohns davon abhängt, wie gut das Krankenhaus wirtschaftet.

Gekündigt habe bisher niemand wegen des neuen Lohnsystems, sagt Personalchef Crushellas. Kündigungen könnten aber später folgen, weil der neue Lohn erst gerade kommuniziert wurde. Crushellas ist sich gemäss Zeitungsbericht zudem bewusst, dass die Arbeitsbedingungen streng sind. Dies habe besonders nach der Pandemie zugenommen.

(log)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 21. Juli 2022 10:00
aktualisiert: 21. Juli 2022 10:37
Anzeige