Zurück in den Kalten Krieg? Nato bereitet sich auf Angriff von Russland vor | ZüriToday
Geheime Pläne

Zurück in den Kalten Krieg? Nato bereitet sich auf Angriff von Russland vor

Gioia Niessner, 19. Mai 2023, 09:48 Uhr
Falls Russland angreift, will die Nato bereit sein. An einem Gipfeltreffen im Juli im litauischen Vilnius sollen die Regierungschefs der Nato-Länder geheimen Militärplänen zustimmen. Es zeichnet sich ein grosser Wandel ab.
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In den Plänen solle festgehalten werden, wie das Militärbündnis auf einen russischen Angriff reagieren würde. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Wende bei der Nato

Mit den Verteidigungsplänen zeichnet sich ein grosser Wandel ab: Seit Jahrzehnten hat es die Nato nicht mehr als nötig erachtet, Verteidigungspläne zu erstellen. Doch der Krieg in der Ukraine ändert die Situation.

«Nicht wir, sondern unser Gegner bestimmt den Zeitplan», sagt Admiral Rob Bauer, einer der höchsten militärischen Beamten der NATO zu den Plänen. Die Nato müsse sich darüber im Klaren sein, dass ein Konflikt zu jeder Zeit auftreten könne.

Geheime Dokumente an Truppen

Die Nato-Verbündeten sollen genau wissen, wie in einem Angriff Russlands zu handeln wäre. Wie im Kalten Krieg sollen streng geheime Dokumente an Truppen in bestimmten Regionen zugewiesen werden.

Nicht alles sei aber wie damals: «Wir stellen uns keinen Krieg wie im Kalten Krieg vor, bei dem die verbündeten Streitkräfte gleichzeitig mit gross angelegten Angriffen des Warschauer Paktes getroffen werden», erklärt Ian Hope, Chefhistoriker bei der Nato. Denn die damaligen Sowjetunion-Verbündeten seien heute zum grössten Teil Nato-Mitglieder.

Selenskyj in Japan

Berichten zufolge soll der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj überraschenderweise an den G7-Gipfel in Japan reisen. Der russische Angriffskrieg gehört beim Treffen zu den Hauptthemen.

USA hat sich verrechnet

36,9 Milliarden US-Dollar hoch sei die Militärhilfe der USA seit Kriegsbeginn an die Ukraine, hiess es zuletzt. Nun muss das US-Verteidigungsministerium den Betrag nach unten korrigieren. Aufgrund eines Buchungsfehlers seien drei Milliarden zu viel verrechnet worden, erklärte Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh.

Der Rechenfehler könnte zufolge haben, dass die USA weitere Waffen freigeben werde.

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Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 19. Mai 2023 09:47
aktualisiert: 19. Mai 2023 09:48
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