Der Ländervergleich

So viel kostet dich ein Auftragsmord in der Schweiz

18. September 2022, 14:27 Uhr
Das Darknet bietet nebst Waffen und Drogen auch Dienstleistungen wie Auftragsmorde. Was in gewissen Ländern ein Schnäppchen ist, kostet dich in der Schweiz eine Stange Geld – glaubt man zumindest der Analyse einer Schweizer Firma.

Das Internet, wie es die meisten von uns kennen, ist nur die Spitze eines riesigen Eisbergs. Denn in den Untiefen des Web-Ozeans schwimmen grosse Fische im Darknet. Allen voran der Schwarzmarkt mit Drogen. Nebst Waffen und Kinderpornografie gibt es auch Dienstleistungen wie: Auftragsmorde.

Die Beratungsfirma Scip AG aus der Schweiz hat sich das Darknet genauer angesehen und unter anderem eine Statistik zu Auftragsmorden veröffentlicht. Diese soll zeigen, wie viel du in der Schweiz dafür hinblättern müsstest.

In den Top 3

Den günstigsten Auftragsmord gibt es wenig überraschend in ärmeren Ländern. Allen voran Indien. Da kostet ein beauftragter Mord wahrscheinlich nicht mal 1000 US-Dollar, glaubt man der Tabelle. Es folgen Tschechien, Südafrika und Länder in Südamerika wie Kolumbien und Bolivien. Überraschend tief ist auch Norwegen.

Statistik Auftragsmord Scip AG
© Screenshot Scip AG

Wenn man einen Mord in Auftrag geben will, dann kostet das in China hingegen viel. Durchschnittlich 450'000 US-Dollar wird im Darknet dafür verlangt. Dicht dahinter die Schweiz mit 400'000 US-Dollar, was zurzeit rund 384'000 Schweizer Franken sind. Die meisten Länder wie auch England, Russland oder Monaco bewegen sich in einer Preisspanne von 200'000 bis 300'000 US-Dollar.

Vergleicht man die Statistik mit einem Fall von 2015, scheinen die Zahlen plausibel. Damals enthüllte der italienische Mafiakiller Giancarlo Orsini seine Preisliste, wie «Jurios.de» schreibt. Der Gangster hat nämlich für einen Schuss in die Kniescheibe 3500 Euro verlangt, für einen Mord 25'000 Euro. Damit entspricht er dem Durchschnittswert der Statistik.

Bezahlung nach Absch(l)uss

Sogenannte Assassins, Killer oder Guns for Hire würden beauftragt, eine oder mehrere Personen gegen ein Entgelt umzubringen. Die Bezahlung erfolge dann entweder ganz im Vorfeld oder als Teilzahlung vor und nach Absch(l)uss des Auftrags. Dabei würden die Auftragnehmenden ihre Dienste in einem Profil anbieten, wo sie ihren Preis, Region, Herangehensweise und das minimale Alter der Zielpersonen nennen.

Eine weitere Form von Auftragsmorden wird durch ein Bietverfahren angeboten. Dabei kann man nach Belieben eine Zielperson auf eine Liste setzen lassen. Personen haben dann die Möglichkeit, Bitcoins auf diesen Mordauftrag einzuzahlen. Derjenige oder diejenige, welche die Person umbringt, erhält das angehäufte Geld. Auf dieser Liste finden sich hauptsächlich bekannte Personen wie Barack Obama.

Wie seriös sind die Zahlen?

Einige Zweifel an den Preisen gibt es aber. Scip AG vermutet, dass viele solcher Dienstleistungen nicht echt seien. Sie gehen davon aus, dass es mehr Provokation und Betrugsversuche seien, denn die Profile und Preisstrukturen widersprechen teilweise dem, wie in solchen Kreisen vorgegangen werde.

(joe)

Quelle: Today-Zentralredaktion
veröffentlicht: 17. September 2022 19:29
aktualisiert: 18. September 2022 14:27
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