Portemonnaie geklaut

«172 Franken, das ist eine Frechheit – Karten ersetzen ist viel zu teuer»

Maarit Hapuoja, 20. Juli 2022, 17:10 Uhr
Sachen unbeaufsichtigt herumliegen lassen und dann alles wieder mit nach Hause nehmen: Das ist ein Privileg in der Schweiz. Aber manchmal passiert es trotzdem, dass etwas geklaut wird. Ein Zürcher erzählt, wie viel er für den Ersatz seines Geldbeutel-Inhalts auf den Tisch legen musste.

Eigentlich ist es in der Schweiz sehr sicher und geklaut wird doch eh nicht viel. Eigentlich. Für einen Sprung in die Limmat reichts grad noch, sodass du deine unbeaufsichtigte Tasche mit sämtlichem Inhalt zurück hast, wenn du an deinen Platz zurückkehrst. Meistens ist das der Fall, aber wenn dein Portemonnaie doch weg ist, dann kostet es gar nicht mal so wenig, alles zu ersetzen.

«Im Ausland kosten Ersatzkarten viel weniger»

Patrick* ist 29 Jahre alt und lebt in der Stadt Zürich. Vor ein paar Tagen wurde sein Portemonnaie geklaut. Dies zwar nicht in der Badi, sondern bei einem Fussballspiel. Zuerst folgten mühsame administrative Aufwände: Auf die Polizeistelle gehen, das Passbüro besuchen und diverse Anrufe bei Banken und bei der Versicherung. Worüber Patrick aber erschrocken ist: Es kostet ganz schön viel, alles zu ersetzen. «Die Karten in der Schweiz ersetzen zu lassen, ist echt teuer. Im Ausland ist es viel günstiger, das ist eine Frechheit», sagt Patrick.

Patrick hat für den Ersatz seiner Karten im Portemonnaie 172 Franken bezahlt. Dazu hat er ein neues Portemonnaie für 70 Franken gekauft. Und das Bargeld ist natürlich auch weg. Das bedeutet 120 Franken mehr auf der Liste. Die kleine Unachtsamkeit des Nicht-Aufpassens kostet Patrick also insgesamt 362 Franken. «Ich dachte, mich nervt der Aufwand am meisten, aber über 300 Franken, die einfach so weg sind – das ist zu viel», so der wütende Patrick.

Zwischen Banken und Krankenkassen gibts Unterschiede

Was in der obigen Liste auffällt: Der Ersatz der Revolutkarte ist deutlich günstiger als jener der restlichen Ersatzkarten. Weshalb wohl? Weil die Karte aus dem Ausland kommt. Da sind wir dem Klischee wieder mal ganz nah: In der Schweiz ist alles teuer.

Es gibt je nach Unternehmen aber auch hierzulande Unterschiede. So unterlassen einige Krankenkassen kulanterweise die Gebühren für eine Ersatzkarte. Bei Banken sind die Kosten zwar im ähnlichen Rahmen, doch grössere Unterschiede gibts bei einer Sperrgebühr. Während Patrick sowohl bei der Credit Suisse und bei der ZKB keine Sperrgebühr bezahlt hat, würde dieser Vorgang beispielsweise bei der Raiffeisenbank 15 Franken kosten. Dafür kostet die Ersatzkarte fünf Franken weniger, also 15 Franken.

*Name von der Redaktion geändert

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 26. Juli 2022 10:02
aktualisiert: 26. Juli 2022 10:02
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