Fussball-WM der Frauen

Wie weit wird die Schweizer Nati kommen?

· Online seit 19.07.2023, 15:56 Uhr
Am Freitag ist es so weit und das Schweizer Frauenteam spielt sein erstes Spiel an der Fussball Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland. Eine Einschätzung.
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Was ist den Schweizerinnen zuzutrauen?

Die Entwicklung des Schweizer Nationalteams war in den letzten Jahren sehr gut. 2015 gab es die erste WM-Endrunden-Teilnahme, seither war das Team bei zwei Europameisterschaften dabei. Und doch: In der letzten Zeit war etwas der Wurm drin. Bei der Europameisterschaft sind die Schweizerinnen in der Vorrunde ausgeschieden und die Vorbereitung auf die jetzige WM war nicht optimal. Sie spielten oft unentschieden, es gibt sicher Verbesserungspotenzial.

Dennoch muss eine Achtelfinal-Qualifikation möglich sein, in Anbetracht der Gruppengegner Philippinen, Norwegen und Neuseeland. Dafür braucht es aber eine Steigerung im Vergleich zu den Testspielen.

Wer sind die Schlüsselspielerinnen der Schweiz?

Drei Spielerinnen sind sicherlich sehr wichtig. Ramona Bachmann, die in Paris spielt, Ana Maria Crnogorčević, die mit Barcelona die Champions League gewann und Captain Lia Wälti, die bei Arsenal spielt. Mit ihnen stehen aber noch ganz viele weitere talentierte Spielerinnen auf dem Feld. Das Grundgerüst für eine gute WM ist vorhanden.

Wann spielen die Schweizerinnen?

Das erste Gruppenspiel ist am Freitag, 21. Juli, um 07.00 Uhr gegen die Philippinen. Die Anspielzeit ist der Wermutstropfen für Europäerinnen und Europäer. Wir müssen teilweise früh aufstehen, um die Matches in Down Under sehen zu können. Das zweite Spiel ist nächsten Dienstag, 25. Juli, um 10.00 Uhr gegen die Norwegerinnen. Das letzte Gruppenspiel findet am Sonntag, dem 30. Juli, um 09:00 Uhr gegen die Gastgeberinnen Neuseeland statt.

Wer sind die Favoritinnen an der WM?

Da sieht es anders aus als bei den Männern, bei denen meist Europäer oder Südamerikaner gewinnen. Bei den Frauen sind die USA die grossen Favoriten. Die Amerikanerinnen haben auch die letzten beiden Weltmeisterschaften gewonnen. Neben ihnen sind die Japanerinnen nicht zu unterschätzen, auch sie waren schon Weltmeisterinnen. In Europa haben wir mit Deutschland, England und Frankreich die üblichen Verdächtigen, die sicher auch ein Wörtchen mitreden werden.

Warum ist die WM aus Schweizer Sicht wichtig?

Die WM ist ziemlich wichtig, weil eine Heim-Europameisterschaft vor der Türe steht – die Euro 2025, die in der Schweiz stattfinden wird. Mit guten Resultaten am jetzigen Turnier kann ein erster Grundstein gelegt werden für eine Frauenfussball-Euphorie 2025.

Wie ist die generelle Entwicklung des Frauenfussballs in den letzten Jahren einzuschätzen?

Die Entwicklung des Frauenfussballs ist sehr positiv. Das Interesse steigt, das hat man zum Beispiel am Finale der Frauen-EM gesehen. England hat Deutschland in einem vollen Stadion geschlagen. Auch bei der kommenden WM in Neuseeland und Australien erwarten die Organisatoren 1,5 Millionen Zuschauende in den Stadien.

Dabei ist die Euphorie in Australien deutlich grösser als in Neuseeland. In Australien ist Frauenfussball ein wichtiger Sport. In Neuseeland, wo auch die Schweizerinnen ihr erstes Spiel austragen werden, ist er immer noch eine Randsportart. Deshalb wird man sicher auch Unterschiede in der Stadionauslastung sehen.

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veröffentlicht: 19. Juli 2023 15:56
aktualisiert: 19. Juli 2023 15:56
Quelle: BärnToday

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