«Needle Spiking»

Zürcher wird in Spanien Opfer einer Nadelattacke

8. August 2022, 07:31 Uhr
Zwei Einstichstellen am Oberarm verkürzen die Ferien eines 24-jährigen Zürchers um eine Woche. Zurück in der Schweiz können keine Substanzen mehr nachgewiesen werden. Auch die Hintergründe des «Needle Spiking» sind bisher ungeklärt.

Ein 24-jähriger Zürcher wurde in Spanien Opfer des sogenannten «Needle Spiking». Wie «20 Minuten» berichtet, ereignete sich die Attacke am Samstagabend in einem Club in der Nähe von Málaga. Wie der Leserreporter gegenüber der Zeitung berichtet, entdeckte er die zwei Einstichstellen, nachdem er von der Terrasse durchs Gedränge zurück im Innern des Clubs angekommen war. Die entsprechende Stelle brannte und das Opfer fühlte sich so benommen, dass ihm das Sprechen und Zuhören schwerfiel.

Blutkontrolle ohne Erkenntnisse

Noch am gleichen Tag, eine Woche früher als eigentlich geplant, reiste der 24-Jährige zurück in die Schweiz und unterzog sich einer Blutkontrolle im Universitätsspital Zürich. Bei dieser Untersuchung, die rund 15 Stunden nach der Attacke durchgeführt wurde, konnten aber keine Substanzen mehr nachgewiesen werden.

Fälle auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz sind erste Fälle von «Needle Spiking» bekannt. Im Kanton Waadt wurden bisher rund zehn Fälle gemeldet. Auch hier konnten aber keine Substanzen mehr nachgewiesen werden. Ein möglicher Grund dafür ist die vergangene Zeit zwischen den Attacken und der Untersuchung. Liegen diese Zeitpunkte zu weit auseinander, können die Wirkstoffe nicht mehr nachgewiesen werden.

Mysteriöse Attacken

Zu solchen Attacken ist es nebst Spanien auch in Grossbritannien und Frankreich gekommen. Die gestochenen Menschen klagen zwar über gesundheitliche Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Die naheliegende Vermutung aber, dass die Täter ihre Opfer unter Drogen setzen, um sie auszurauben oder sexuell übergriffig zu werden, sei bisher in keinem der angezeigten Fälle bestätigt worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. Toxine seien bei den Blutproben bisher in fast allen Fällen nicht gefunden worden. Über die Motive der Täter ist daher bisher nichts bekannt.

(oeb)

Quelle: ZüriToday
veröffentlicht: 8. August 2022 07:32
aktualisiert: 8. August 2022 07:32
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